[ einundsiebzigster tag ]
Wednesday, February 20th, 2008
das wasser streichelt mich. jeden tag gut eine hal-
be stunde lang, geliebter luxus, den ich mir nie
gönnte; anstelle von tränen. mein wasserwinter
das wasser streichelt mich. jeden tag gut eine hal-
be stunde lang, geliebter luxus, den ich mir nie
gönnte; anstelle von tränen. mein wasserwinter
nach draussen hin mache ich das gewohnte und
notwendige: sprechtheater. hier drinnen verzich-
te ich auch auf die worte. es fühlt sich komplett
falsch an, dies ende einer sackgasse in einer un-
bekannten, unfreundlichen stadt. weiss nicht, wie
es weitergehen kann oder wohin
würden sie sich nicht so stark kontrollieren, sagt
erst bin ich verblüfft, dann lache ich, unhörbar, in
sie, wären sie psychotisch
meinem kopf. war das ein kompliment oder teil ei-
ner diagnose?
es sind die rollen in dieser gesellschaft, die uns
krank machen. opfer, tat, macht, ohnmacht – in
den fragen unterscheiden wir uns nicht. und die
persönliche lösung alleine bewirkt keine verände-
rung
wild gestikulierend falle ich ins wort. und wache
die bilder des traums sinken ins vergessen. bleib
du siehst müde und irgendwie erleichtert aus, hat-
auf. stosse die schwere decke von mir fort, krat-
ze mich. da schau her, denke ich, dich juckt der
hals? dich juckt der hinterkopf? du willst reden?
dran, sage ich, das ist wichtig. dem weg des ge-
fühls folgend, ziehe ich sie in den vordergrund zu-
rück
te sie gesagt, gestern abend. jetzt kann ich nach-
fühlen, was sie meinte