weblog-archiv - January, 2010


[ blog-out ]

Saturday, January 2nd, 2010

dieses “tagebuch” war jenen freundInnen mei-
ner musik geschuldet, die länger ein mehr an
geschichten erzählungen, notizen, kurzen be-
trachtungen gefordert hatten, die den prozess
verständlich machen sollten, warum, wie und
wann meine kunst entsteht; besser: entstand

so hab ich’s erschöpfend versucht, viereinhalb
jahre lang. wer lust hat nachzulesen, kann dies
in 1030 beiträgen mit 1227 kommentaren tun
 

heute also das mahnende wort an mich selbst:

peryton, du hast dich ausgeschüttet bis zur
stille, du bist unendlich müde. halt dein maul

 

richtig; der weg ist gegangen. adieu, ihr lieben!


[ game over ]

Friday, January 1st, 2010

kaputtgespielt; vielleicht sind es letztenendes
die klitzekleinen bemerkungen, die klitzekleinen
dinge, die dir die sackgasse zeigen oder eben
den gnadenlosen spiegel: du hast versagt. du
hast es nicht geschafft. du bist deinen eige-
nen anforderungen nicht gerecht geworden

am letzten tag des jahres habe ich alle verab-
redungen platzen lassen. im endlichendlichend-
lich aufgeräumten büro ist wieder platz zum
umdrehen. der boden müsste gefegt werden
aber sowas machen immer die leute, die nach-
her kommen, denke ich. und bin verwundert
 

draussen ist jahresendkrieg. nix zu fressen ha-
ben die leut’, aber sie machen ordentlich lärm;
guuute bürger und bürgerinnen: das macht zwar
auch feinstaub, dass es keine freude sein dürf-
te, aber die hoffnungslose wut geht mit in die
luft, laut und farbig. otto blöd und sein weibchen
sind dafür das jahr über wieder mäuschenstill
 

der schreibtisch ist leer sortiert. die aufgaben-
berge türmen sich im kopf. tektonische seelen-
bewegungen sind es, die falten machen unter
der haut; nein, sie gefallen mir nicht, diese
ständigen mahner und erinnerer. zu viel ist
liegen geblieben und darüber fremd geworden

was ist mir noch wichtig? heute abend kann
ich die frage nicht beantworten; heute abend
steht aufräumen auf dem zettel, unaufschieb-
bar, klar schiff machen für eine reise, deren
ziel ich nicht kenne. oder nicht kennen will
 

wäre diese vollmondnacht nicht eine wunder-
volle gelegenheit für den ‘österreichischen ab-
gang’? viel wein trinkend zum gipfel der wahl
wandern, um dort endgültig einzuschlafen. all
der stinkende lärm mitsamt seiner dummen
gleichgültigkeit sänke unwiderbringlich fort:
ohne falsches bedauern endlich alleine sein
 

was sagte der baseball, als die luft raus ging?
game over