Archive for März, 2005

[ step away ]

Montag, März 7th, 2005

heute beim aufräumen gefunden: dein brief an einen
gemeinsamen freund, den jener mir gab, anstatt ihn
fortzuwerfen

(nein, deine briefe darf niemand wegwerfen)

ich habe ihn gelesen

(aber ich verstehe ihn nicht. was wolltest du wirklich?
warum hattest du ihn geschrieben? du wusstest, dass
ich ihn – irgendwann – bekommen würde?)

es ist zu spät

beim forträumen in diese metallkiste, die die wenigen
gegenstände birgt, die mir wichtig blieben, schiebe ich
den brief zwischen fotos wie jenes von uns beiden, als
ich dich von der schule abholte. du hattest gerade dein
abitur gemacht. so hast du mich angelacht, genau so:
zufrieden. geschafft

auf der rückseite eines anderen steckt, in die rahmen-
leiste geschoben, ein kinderbild von dir. portrait in
schwarzweiss, und du schaust geradewegs in mich
hinein. wie immer. keine chance etwas zu verbergen

(heute gäbe es keine notwendigkeit mehr dafür)

zu spät

gestern nacht erst hier angekommen, hab ich das
gefühl weiter fahren zu müssen, deinen blick zu
vergessen


[ traumzeit ]

Freitag, März 4th, 2005

‚du bist ein wenig älter geworden‘
sagst du

‚ja‘
– du bist auch nicht mehr bei mir, denke ich –
sage ich


[ der morgen ]

Donnerstag, März 3rd, 2005

der morgen bricht erst an, wenn du gekommen bist
mit schnee, mit regen, mit kälte, mit schweigen
wenn zu verstehen ist, was ‚ich bin gegangen‘ heisst
was das geheissen hat, dann bricht er an

der morgen bricht erst an, wenn du gekommen bist
das bild malt selber sich in deinen farben nicht
das zu verstehen gibt, was ‚ich bin gegangen‘ heisst
ich bin gegangen, viele male schon
so viele male nicht

der morgen bricht erst an, wenn du gegangen bist
zurück, zurück und endlich durch die
türen, ganz allein
zieht man krawatten an, kann man ersticken dran
wer immer seine suppe isst, bleibt klein

… ai …

dein pinsel zieht den regenbogen übers firmament
du malst den abschied und du willst es und du
weisst es doch
man kennt den mistral nicht, man fragt nicht ‚comment vas-tu?‘
wirf deine tränen mit ins grab – dann geh

der morgen bricht erst an, wenn du gekommen bist
mit schnee, mit regen, mit kälte, mit schweigen
wenn du verstanden hast, was ‚ich bin gegangen‘ heisst
was das geheissen hat, dann bricht er an
der morgen

… ai …

der morgen bricht erst an, wenn du gegangen bist
zurück, zurück und endlich durch die
türen, ganz allein

zieht man krawatten an, kann man ersticken dran
wer immer seine suppe isst …

für dich. kopf hoch, mein freund


[ als ich bei dir war ]

Donnerstag, März 3rd, 2005

peter griggs gab mir gestern eine aufnahme, vor einem
monat als grundlage für proben bei ihm eingespielt

etwas für liebhaberInnen: aufgenommen in peters
arbeitszimmer, nur stimme und karl-heinz-neudel-gitarre
(modell ‚peryton I‘), mit handygeräusch am anfang, gänz-
lich ohne weitere bearbeitungen: peryton pur

‚als ich bei dir war‘ (03-02-2005) (ogg; 6,9mb)

[ lass vorüberziehn ]

Dienstag, März 1st, 2005

ich bin in eile. aber die zeit muss reichen für das für
heute versprochene (mit einem gruss an dich, julia
und einem dankeschön für deinen lieben gästebuch-
eintrag)

‚lass vorüberziehn‘ (konzept / premix) (ogg; 3,8mb)

… und wer mich heute noch sehen will, muss mich auf
der autobahn überholen. mehr ist einfach nicht drin