{"id":10011,"date":"2008-09-17T00:10:14","date_gmt":"2008-09-16T22:10:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peryton.de\/blog\/?p=10011"},"modified":"2008-09-17T11:54:06","modified_gmt":"2008-09-17T09:54:07","slug":"midsummer-crisis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/?p=10011","title":{"rendered":"[ midsummer crisis ]"},"content":{"rendered":"<p><font color=\"#000010\"><\/p>\n<p align=\"left\">\neine steife brise fegt durch die nassen gassen dieser<br \/>\nstadt, der feine regen f\u00e4llt von \u00fcberall, macht alles<br \/>\ngrau; das rote licht der ampeln weist den weg, es<br \/>\nb\u00fcndelt menschenschatten, h\u00e4lt sie fest &#8211; dir weist<br \/>\nes den weg: es ist soweit<\/p>\n<p align=\"left\">\nanderthalb stufen raufgesprungen und du prallst zu-<br \/>\nr\u00fcck: die t\u00fcr bleibt zu. dein schreibcaf\u00e9 hat noch ge-<br \/>\nschlossen; noch nie kamst du so fr\u00fch &#8230; blick zur uhr<\/p>\n<p align=\"left\">\ndas, auch das bringt dir das \u00e4lterwerden: die n\u00e4chte<br \/>\nwerden k\u00fcrzer,  k\u00fchler, die tr\u00e4ume sind fr\u00fcher aus-<br \/>\ngetr\u00e4umt, die gr\u00fcnde f\u00fcr den einsamen selbstbetrug<br \/>\nverbleichen, sie verlieren sich: es ist soweit<\/p>\n<p align=\"left\">\neine steife brise fegt durch die nassen gassen dieser<br \/>\nstadt, der feine regen f\u00e4llt von \u00fcberall, macht alles<br \/>\ngrau; das rote licht der ampeln weist den weg, es<br \/>\nb\u00fcndelt menschenschatten, h\u00e4lt sie fest, es klebt sie<br \/>\nfest zusammen &#8211; <em>mir<\/em> weist es den weg: es ist soweit<\/p>\n<p align=\"left\">\nw\u00e4hrend ich die zeitung aufschlage, die zu lesen sich<br \/>\nnie lohnt &#8211; ausser du willst dich \u00e4rgern &#8211; w\u00e4hrend ich<br \/>\ndiese zeitung aufschlage, habe ich jene radiostimmen<br \/>\nim ohr, von gestern oder vorgestern &#8211; wann genau ist<br \/>\negal, es ist immer das gleiche schlimme, auf welchem<br \/>\nkanal ist gleichfalls egal, inzwischen nennen sie alles<br \/>\n\u201ekultur\u201c &#8211; sie schoben sich die worte hin und her als<br \/>\nob es ungeziemlich w\u00e4r, es sei wohl besser, kamen<br \/>\nsie zum schluss, der deutschen bev\u00f6lkerung m\u00fcsse<br \/>\nerkl\u00e4rt werden, was der deutsche soldat in afghani-<br \/>\nstan mache, in einem krieg, der kein krieg sei<\/p>\n<p align=\"left\">\nich schlage also diese unertr\u00e4gliche zeitung auf und<br \/>\nfrage mich, ob du dich erinnerst an unsere tr\u00e4ume, an<br \/>\nunsere gemeinsame zeit, an unsere versuche, neben-<br \/>\neinander zu gehen &#8211; und an unser scheitern &#8211; und ich<br \/>\nfrage mich, ob dich diese unertr\u00e4glichen allt\u00e4glich-<br \/>\nkeiten ebenso &#8211; immer noch &#8211; zum widerstand her-<br \/>\nausfordern; ja: es ist doch wieder soweit<\/p>\n<p align=\"left\">\neine steife brise fegt durch die nassen gassen dieser<br \/>\nhafenstadt, der feine regen f\u00e4llt von \u00fcberall, macht al-<br \/>\nles grau; das rote licht der ampeln weist den weg, es<br \/>\nb\u00fcndelt menschenschatten, h\u00e4lt sie fest &#8211; dir weist es<br \/>\nden weg: es ist soweit<\/p>\n<p align=\"left\">\ndort, wo die anderen stehen, musst du lang, da musst<br \/>\ndu lang, trotz allem<\/p>\n<p><\/font><\/p>\n<p><em><font color=\"#000010\"><\/p>\n<p align=\"left\">\n(schliesslich hat die suche noch kein ende gefun-<br \/>\nden, oder? oder? ruf mich an, wenn du es besser<br \/>\nweisst; sag mir bescheid, wenn ich komplett da-<br \/>\nneben liege. dreh mich dann um, ja? ruf an, h\u00f6rst<br \/>\ndu? oder schreib mir. ja, schreib mir. endlich)<\/p>\n<p><\/font><\/em><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eine steife brise fegt durch die nassen gassen dieser stadt, der feine regen f\u00e4llt von \u00fcberall, macht alles grau; das rote licht der ampeln weist den weg, es b\u00fcndelt menschenschatten, h\u00e4lt sie fest &#8211; dir weist es den weg: es ist soweit anderthalb stufen raufgesprungen und du prallst zu- r\u00fcck: die t\u00fcr bleibt zu. dein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10011","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10011"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10011\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}