{"id":108,"date":"2005-02-20T13:28:13","date_gmt":"2005-02-20T11:28:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peryton.de\/blog\/?p=108"},"modified":"2009-12-23T20:55:55","modified_gmt":"2009-12-23T18:55:55","slug":"mauerfarben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/?p=108","title":{"rendered":"[ mauerfarben ]"},"content":{"rendered":"<p><strong><font color=\"#000010\"><\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.peryton.de\/blog\/heidelberg_II_anfang-januar700x374.jpg\" target=\"_blank\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.peryton.de\/blog\/tn_heidelberg_II_anfang-januar700x374.jpg\" border=0\" align=\"center\"\/><\/a><\/p>\n<p><\/font><\/strong><\/p>\n<p><font color=\"#404040\"><\/p>\n<p align=\"center\">&#8211; one through one &#8211;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><\/font><\/p>\n<p><strong><font color=\"#000080\"><\/p>\n<p align=\"center\">\none through one, hindurchgeschaut, vorbei: mauer-<br \/>\nfarben. es sind nicht fragen, die mich qu\u00e4len, es ist<br \/>\ndies schweigen, das erinnerungen tonlos macht. film<br \/>\nohne farben: wo gelebt und wann? &#8218;warum&#8216; will<br \/>\nniemand fragen; ich, f\u00fcr meinen teil weiss: un-<br \/>\nromantisch war&#8217;s, gewiss. coitus interruptus, siebter<br \/>\ntreffer: ich<\/p>\n<p align=\"center\">\none through one, vorbei geschaut, hindurch: bitte-<br \/>\nsch\u00f6n, was bleibt, wenn auf den punkt geschaut wird?<br \/>\nja. wir fragen lieber nicht; zu deprimierend ist das<br \/>\nleben aller nachbarn, falls wir nicht weiter schaun, als<br \/>\nnur auf den moment, da sie die ausgangst\u00fcr des<br \/>\nsupermarkts passieren, elektrisch auf- und zuge-<br \/>\nschoben, hinauskomplimentierend ohne laut: die<br \/>\nn\u00e4chsten bitte! fr\u00fcher, ja fr\u00fcher schwangen t\u00fcren<br \/>\nauf und zu mit schellen oder glockenklang<\/p>\n<p align=\"center\">\none through one, angeschaut, selten, zu selten, ja;<br \/>\nsofern die fragen sich verschweigen, f\u00e4llt uns das<br \/>\nschauen leichter, dran vorbei. es stellen sich die<br \/>\nfragen nicht &#8211; die wir vergessen, wie den ersten<br \/>\nblick, das erste zittern und den ersten herbst, den<br \/>\nwir begr\u00fcssten, als vereinsamende zeit &#8211; vorgegeben:<br \/>\nwir m\u00fcssen uns ertauben. der morgen wirft den<br \/>\nvorwurfsmantel \u00fcber und besetzt das bad, der<br \/>\nabend zieht zur\u00fcck sich in empfindlichkeit; es ist ein<br \/>\nvorurteil, dass nur die frauen litten, an unp\u00e4sslich-<br \/>\nkeiten aller art, an sehnsucht, die in bitterkeit<br \/>\nheranw\u00e4chst zum skorpion, der sich den stachel<br \/>\nselbst eintieft: ich werde alt und r\u00e4che mich<br \/>\nan dir, geliebte<\/p>\n<p align=\"center\">\none through one, nun bin ich scheissenalt und traue<br \/>\nlangsam mich, auch morgens in die augen mir zu<br \/>\nschaun; es hat doch seine zeit gebraucht, bis ich<br \/>\ngelernt, bis ich verstanden habe, was trotz aller<br \/>\nsalti unver\u00e4nderbar, auch nicht durch flucht in wilde<br \/>\nphantasien, durch namensgebung nicht, durch hin-<br \/>\nger\u00fcckte ohren nicht, nicht andre lebensl\u00fcgen, nicht<br \/>\nin vivo, jedenfalls: das eigne sein. die nase, die der<br \/>\nvaters gleicht &#8211; verflucht, das alte st\u00fcck! &#8211; verliert an<br \/>\nwirkung, irgendwann; ich mag sie, weil sie nicht mehr<br \/>\nwegzuw\u00fcnschen ist. das klingt banal? es ist. ich<br \/>\nmag den grauen nachbarn, wie er durch die t\u00fcre<br \/>\nschleppt, an seinen t\u00fcten h\u00e4ngt, die st\u00f6ckelsohle an<br \/>\nder strassenkante bricht &#8211; ich nehme seine alltags-<br \/>\nabenteuer als die meinen und freue mich am altern<br \/>\ndeiner augen, die ich liebe, mehr und mehr; ein<br \/>\nwenig, glaube ich, auch um des alterns wegen<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><\/font><\/strong><\/p>\n<p><font color=\"#404040\"><\/p>\n<p align=\"center\">\nfoto: heidelberg, 30. januar 2005<\/p>\n<p><\/font><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-108","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/108","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=108"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/108\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11863,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/108\/revisions\/11863"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}