{"id":464,"date":"2006-04-29T00:10:40","date_gmt":"2006-04-28T22:10:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peryton.de\/blog\/?p=464"},"modified":"2024-05-13T18:17:56","modified_gmt":"2024-05-13T17:17:56","slug":"dokumentation-staat-hor-auf-zu-heulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/?p=464","title":{"rendered":"[ dokumentation: &#8222;staat, h\u00f6r auf zu heulen&#8220; ]"},"content":{"rendered":"<p><font color=\"#000010\"><\/p>\n<p align=\"left\">\n<p>die nachfolgende erkl\u00e4rung, die w\u00e4hrend des <a href=\"http:\/\/www.peryton.de\/blog\/?p=417\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">prozesses<br \/>\ngegen theresa b.<\/a> verlesen wurde, hat mich eben erreicht<br \/>\nund erfreut und weil ich euch gerne belehre \u00fcber die not-<br \/>\nwendigkeit anarchistischer frechheit, sei er euch in zwei-<br \/>\nfacher hinsicht kredenzt, als dokumentation und zum mut-<br \/>\nmachen: <strong>widerstand hat (hinter-) sinn<\/strong><\/p>\n<p><\/font><\/p>\n<p><em><font color=\"#000010\"><\/p>\n<p align=\"left\">\n&#8222;Sehr geehrter Herr Richter, Herr Staatsverteidiger,<\/p>\n<p align=\"left\">\nWie nennt man gemeinhin jemanden, der gerne austeilt<br \/>\naber nicht einstecken kann? Einen schlechten Sports-<br \/>\nfreund vielleicht, einen Spielverderber. <\/p>\n<p align=\"left\">\nNun haben wir es hier mit folgender Situation zu tun.<br \/>\nMenschen, die sich dadurch auszeichnen Diener und<br \/>\nUntertanen des Staates &#8222;Bundesrepublik Deutschland&#8220;<br \/>\nzu sein, behaupten, dieser &#8222;f\u00fchle&#8220; sich verunglimpft<br \/>\ndurch den Spruch<\/p>\n<p align=\"left\">\n &#8222;BRD, Bullenstaat, wir haben Dich zum Kotzen satt!&#8220;.<\/p>\n<p align=\"left\">\nJenseits der Frage, was &#8222;Verunglimpfung&#8220; \u00fcberhaupt<br \/>\nsein soll &#8211; es wird wohl sowas wie Beleidigung sein &#8211; muss<br \/>\nmensch doch bezweifeln, dass ein Staat &#8211; ein Konstrukt!<br \/>\nein Gebilde! &#8211; \u00fcberhaupt Gef\u00fchle haben kann, wie sonst<br \/>\nsollte er sich verunglimpft oder beleidigt >f\u00fchlen< ??<\/p>\n<\/p>\n<p align=\"left\">\nEs wird aber von diversen Staatsuntertanen die Meinung<br \/>\nvertreten, dieser genannte Spruch verunglimpfe &#8211; was<br \/>\nist denn dann eigentlich verglimpfen??? &#8211; den Staat. Bei<br \/>\nexakt der selben Sorte Leuten muss mensch jedoch fest-<br \/>\nstellen, dass sie selber keine Probleme haben, andere<br \/>\nMenschen als Chaoten zu beleidigen, willk\u00fcrlich zu be-<br \/>\nschimpfen, zu diffamieren, zu verpr\u00fcgeln, anzuklagen,<br \/>\nzu verurteilen, zu schikanieren. Alles im Namen jenes<br \/>\nStaates, der wegen eines kleinen Spruches jetzt die be-<br \/>\nleidigte Leberwurst macht. Eine ganz sch\u00f6ne Mimose<br \/>\ndieser Staat! Ja meine G\u00fcte, der arme kleine Staat, rennt<br \/>\nzu Mama, respektive Herrn Richter Klarmann und heult<br \/>\nsich einen aus, und der Herr Zeuge vom USK Dachau<br \/>\nspielt den besten Freund, der alles gesehen haben will.<br \/>\nMir kommen die Tr\u00e4nen. <\/p>\n<p align=\"left\">\nUnd das alles vor dem Hintergrund, dass der Herr Staat<br \/>\nsich gar nicht so genau anguckt, ob er denn auch gemeint<br \/>\nwar. Erstmal beleidigt sein, dann fragen. Vielleicht tun<br \/>\nn\u00e4mlich manche Untertanen in seinem Namen ganz gerne<br \/>\nDinge, die den Schluss nahelegen, dass der Staat ein un-<br \/>\nfreundlicher Zeitgenosse ist, den mensch in manchen<br \/>\nMomenten ganz sch\u00f6n zum Kotzen satt hat. <\/p>\n<p align=\"left\">\nBesonders, wenn man auf Leute wie das USK Dachau trifft,<br \/>\neine Einheit, die sich nicht zu schade war, nachdem sie<br \/>\nmich und meine FreundInnen den ganzen Tag und den<br \/>\ndavor schikaniert, angegriffen, rumgeschubst und gepr\u00fc-<br \/>\ngelt, festgenommen und angezeigt hatten, mich vor der<br \/>\nPolizeiwache in Murnau von vorne bis hinten vollzus\u00fclzen<br \/>\nund zu belabern. Ich k\u00f6nnte heute noch nicht wieder<br \/>\nlaufen, h\u00e4tte ich es ihnen erlaubt mir so tief in den Arsch<br \/>\nzu kriechen, wie sie es sich anschickten. Aber das kam ein<br \/>\nbisschen sp\u00e4t, zu tief sa\u00dfen in mir die Bilder der hasser-<br \/>\nf\u00fcllten Augen, der gezogenen Kn\u00fcppel, zu deutlich klangen<br \/>\nin meinen Ohren noch die beleidigenden und respektlosen<br \/>\nSpr\u00fcche, zu nah war die Erfahrung der sinnlosen Gewalt-<br \/>\naktion gegen ein friedliches, fr\u00f6hliches und fast beendetes<br \/>\nKonzert. <\/p>\n<p align=\"left\">\nAn dieser Stelle ist zu sagen, dass ich es v\u00f6llig unerheblich<br \/>\nfinde, ob nun ich das gesagt haben soll oder wer anderes.<br \/>\nTatsache ist, dass dieser Spruch gerufen wurde, und nicht,<br \/>\nweil irgendwer von uns so doof ist, zu glauben, bei der BRD<br \/>\nhandele es sich tats\u00e4chlich um einen Polizeistaat, sondern,<br \/>\nweil es konkreten Anlass daf\u00fcr gab, f\u00fcr den unter Anderem<br \/>\nder USK Dachau ma\u00dfgeblich verantwortlich ist. <\/p>\n<p align=\"left\">\nIn der Tat, es gibt B\u00fccher, die die Frage behandeln, in wie<br \/>\nweit die BRD noch eine Demokratie ist und in wie weit sie<br \/>\nsich auf dem Weg zum Polizeistaat befindet. Aber das nur<br \/>\nnebenbei. <\/p>\n<p align=\"left\">\nWor\u00fcber es keinen Zweifel gibt, ist, dass die bayrische<br \/>\nPolizei und ihr voran das USK, sich in Mittenwald immer<br \/>\nwieder geb\u00e4rdet haben, als sei dies ein Polizeistaat und sie<br \/>\ndie einzigen die etwas zu sagen und \u00fcber alles zu bestimmen<br \/>\nh\u00e4tten. Sie machen noch nicht mal davor Halt, Richter-<br \/>\nInnen, Gerichte und Urteile zu missachten &#8211; verbal und<br \/>\nt\u00e4tlich. Und ich habe auch keinen Zweifel daran, dass jeder<br \/>\neinzelne von ihnen in einem &#8222;Bullenstaat&#8220; genauso weiter-<br \/>\nmachen w\u00fcrde, weil der \u00dcbergang schleichend ist und es<br \/>\nihnen gar nicht auffallen w\u00fcrde.  <\/p>\n<p align=\"left\">\nUnsere Reaktion auf sowas ist eine berechtigte Wut \u00fcber<br \/>\nund Kritik an diesen Zust\u00e4nden, zumal wenn mensch auch<br \/>\nandere Zust\u00e4nde kennt und somit klar ist, auf welch recht-<br \/>\nlicher Willk\u00fcr solche Eins\u00e4tze beruhen. <\/p>\n<p align=\"left\">\nTats\u00e4chlich ringt der inkriminierte Spruch n\u00f6rdlich der<br \/>\nber\u00fchmten Weisswurstgrenze keinem Staatsuntertanen<br \/>\negal welcher Couleur auch nur ein m\u00fcdes L\u00e4cheln ab.<br \/>\nAuch daran, dass Polizisten im normalen Sprachgebrauch<br \/>\nnunmal Bullen heissen, hat staat sich anderswo gew\u00f6hnt.<\/p>\n<p align=\"left\">\nGenau deshalb ist dies die Chance f\u00fcr die bayrische Justiz,<br \/>\ngleiche Augenh\u00f6he mit den KollegInnen von &#8222;Restdeutsch-<br \/>\nland&#8220; zu erreichen, ansonsten werden sich wohl h\u00f6here<br \/>\nRichterinnen und Richter au\u00dferhalb dieses ansonsten<br \/>\nlandschaftlich wundersch\u00f6nen Bundeslandes mit der<br \/>\nBedeutung des Spruches besch\u00e4ftigen m\u00fcssen. <\/p>\n<p align=\"left\">\nDenn ich, die ich hier stellvertretend f\u00fcr alle anderen<br \/>\nangeklagt bin, lasse mir dieses Mimosengetue eines<br \/>\nbayrischen Staates nicht gefallen. <\/p>\n<p align=\"left\">\nWer austeilt muss auch einstecken k\u00f6nnen!<br \/>\nStaat, h\u00f6r auf zu Heulen.&#8220;\n<\/p>\n<p><\/font><\/em><\/p>\n<p><font color=\"#000010\"><\/p>\n<p align=\"left\">\ntheresa b. wurde zu einer geldstrafe von 800 euro zu-<br \/>\nz\u00fcglich gerichtskosten verurteilt. aber theresa b. hat<br \/>\nrechtsmittel eingelegt, das heisst: es geht weiter. getreu<br \/>\ndem motto &#8222;wer austeilt, muss auch einstecken k\u00f6nnen&#8220;<\/p>\n<p align=\"left\">\nganz sch\u00f6n bl\u00f6d gemacht vom &#8218;herrn staat&#8216;, denn eigent-<br \/>\nlich h\u00e4tte er sich das denken k\u00f6nnen: nur (staats-) trottel<br \/>\nlassen sich den mund verbieten. nun wird es f\u00fcr ihn<br \/>\numso peinlicher &#8230; &#8222;<\/p>\n<p><em><\/p>\n<p align=\"right\">\n(<a href=\"http:\/\/www.peryton.de\/blog\/?page_id=971#comment-21884\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fortsetzung<\/a> folgt)<\/p>\n<p><\/em><\/font><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>die nachfolgende erkl\u00e4rung, die w\u00e4hrend des prozesses gegen theresa b. verlesen wurde, hat mich eben erreicht und erfreut und weil ich euch gerne belehre \u00fcber die not- wendigkeit anarchistischer frechheit, sei er euch in zwei- facher hinsicht kredenzt, als dokumentation und zum mut- machen: widerstand hat (hinter-) sinn &#8222;Sehr geehrter Herr Richter, Herr Staatsverteidiger, Wie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-464","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/464","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=464"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/464\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16274,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/464\/revisions\/16274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=464"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=464"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peryton.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=464"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}