[ non, maman! ]

non. non. non … écoute: j’ai dit non, maman!

als ich den platz erreiche, höre ich erst sein
schimpfen, dann sehe ich ihn, auf und ab
laufend, ein ‹mobile› am ohr, sich mit jedem
ausruf energisch vorbeugend, als ob sie seine
worte dadurch besser verstehen könne und
wahrnehmen

ich schätze ihn auf ende dreissig. und strebe
an ihm vorbei einem strassencafé zu, vor dem
ein sonnenplatz frei geworden ist. bestelle ei-
nen kaffee, schlage das mitgebrachte exem-
plar der ‹flensburger hefte› auf, in dem rudolf
steiner, der begründer der anthroposophie zi-
tiert ist im wortreichen versuch, die steiner-
schen lehren vom geruch der unterstellten
nähe zum faschismus zu befreien


«Das französische ist das am wenigsten le-
bensfähige Element unter der romanischen
Bevölkerung Europas. Nun ist nicht zum we-
nigsten diese ganze Dekadenzerscheinung in-
nerhalb der französischen Volkskultur in der
Sprache deutlich bemerkbar [ … ] Sie wäre
diejenige, in der man, wenn ich mich paradox
aussprechen darf, in der ehrlichsten Weise
am leichtesten lügen kann. Sie eignet sich am
leichtesten dazu, dass man in der unbefangen-
sten, ehrlichsten Weise am meisten lügen
kann, weil sie keine rechte Verbindung mehr
hat mit der Innerlichkeit des Menschen.»

rudolf steiner (1923) – in: ‹flensburger hefte›, heft 41
(6/93), s. 18 f. flensburger hefte verlag: flensburg (1993)


«Korrumpiert wird die Seele ganz sicher durch
den Gebrauch der französischen Sprache.»

rudolf steiner (1923) – (op. cit., s. 87)

vermutlich, herr steiner-unter-der-erde-und-
das-ist-gut-so, liebt meine verlogen-verruchte
künstlerseele gerade diese sprache mit ihren
speziellen ausdrucksmöglichkeiten emotiona-
ler kraft. oder sollte ich mich – ihro deutlich-
keit wegen – anthroposophischer sprachbelie-
bigkeit dergestalt bedienen: der wesenskörper
dieser sprache formte sich aus in welten-geist-
es-lichter einswerdung von herzenswärme und
seelenklang …?

aber zurück ins leben: ich sitze im dezember
2005 vor einem strassencafé am cours julien
(marseille) und schäme mich für bis heute am
leben gehaltene worte eines irren rassisten


«Wir leben heute im 4. Formzustand des 4.
Lebenszustandes des 4. Bewusstseinszustan-
des, also im 172. Formzustand von 343 mög-
lichen. Dies ist genau die Mitte der gesamten
Welten- bzw. Erdenentwicklung. Jeder Form-
zustand birgt in sich wiederum 7 sogenannte
Wurzelrassen bzw. Hauptzeiträume. Inner-
halb des 172. Formzustands sind dies die po-
larische, die hyperboräische, die lemurische, die
atlantische, die heutige Wurzelrasse (nachat-
lantische, auch arische genannt) sowie eine
kommende 6. und 7. Wurzelrasse.»

wolfgang weirauch (1993) – (op. cit., s. 57)

manche sätze müssen zitiert, öffentlich ge-
macht werden, um sie im licht der öffentlich-
keit ihrer absurden lächerlichkeit preis zu ge-
ben

«wie» also – frage ich, den geistesführer zitier-
end, dem sich auf so unerklärbare weise men-
schen aller bildungsgrade selbst in der heuti-
gen zeit noch zu füssen werfen – «erlangt man
erkenntnisse der höheren welten?»

… monsieur? encore un café, s’il vous plaît! …

10 Responses to “[ non, maman! ]”

  1. peryton sagt:

    ach ja. ungefähr das hatte ich beschrieben, ingrid

    da liesse sich von meiner seite nicht mehr viel sagen
    … ausser, ich wäre so böse, wie ich berufsbedingt bin

    und also gibt es einen neuen artikel – ich gestehe, dass
    deine mentale verhärmtheit mich dazu motiviert hat – in
    dem ich noch ein bisschen drauflege. wie ich an andrer
    stelle schon erwähnte, erlauben die weblog-artikel in
    ihrer gebotenen kürze keine tiefergehenden analysen
    oder tatsachendarstellungen; es muss also plakativ
    gemalt werden, gerne polemisch oder auch lyrisch, was
    beides sein kann (nicht muss)

    hier kommt also meine erwiderung, meine erweiterung
    – allerdings erst freigeschaltet ab 18. juli 2006, 0:10 uhr:
    http://www.peryton.de/blog/?p=542

    auch wenn du mir dabei ein wenig leid tust – aber du hättest
    dich nicht selber so vorführen müssen! – wünsche ich allen
    anderen ein böses lesevergnügen. mit der hoffnung, dass
    sie angeregt sind, selber weiterzulesen, um sich das eigne
    bild zu machen

    (vielleicht auch, um diese frage zu klären: lügt der peryton
    – oder lügt er nicht? es wird keine übermässige überraschung
    hervorrufen, wenn ich zugebe, dass ich die antwort bereits
    kenne: er, der peryton, ist schamlos ehrlich)

  2. Ingrid sagt:

    Hallo Peryton,
    danke für deine schnelle Antwort. Falls, wenn ich dich richtig verstanden habe, du mich für naiv hälst, und mir eröffnen möchtest, dass Weleda, gls, oder wie die auch alle heißen, usw. Kohle machen, und? Ist das etwa eine Neuigkeit? Ist das Argument «bloß Kohle machen» überhaupt die philosphische Neuigkeit des Jahrhunderts? (sagen wir genauer, dreitausend Jahre Menschengeschichte?). Da bist du aber ein großer Entdecker! Glückwunsch! Hey, hatte ich gar nicht gewusst… danke!
    Wenn das im Grunde genommen die Begründung sein soll, warum Waldorfschulen niederträchtig sein sollen, dann reisst mich das nicht vom Hocker, da musst du dich schon (sogar bei mir) ein bisschen mehr anstrengen…
    Ich wiederhole nochmal meinen offensichtlich zu bescheidenen Standpunkt. Ich kann aus Erfahrung-in der Praxis-empirisch-diese waldorfsche Gemeinheit und Hirnwäsche nicht bestätigen. Falls es so gewesen sein sollte, dann haben die W-Pädagogen mit ihren bösen rechts-kapitalistischen Absichten bei mir etwas grundfalsch gemacht. Ich kaufe weder Weleda noch bin sonst irgendwie westlich-kauflustig geprägt. Ich habe mit der Christengemeinschaft überhaupt nichts zu tun, und ich werde von ihnen auch nicht zu ihren Zwecken bekehrt oder angeheurt. Werbung? Noch nie erhalten.
    Ich kann nur folgendes sagen: Ich habs nicht bereut, auf der Waldorfschule gewesen zu sein. Ob sie das Alpha und Omega der Glückseeligkeit ist, das kann ich dir nicht sagen. Vielleicht hast du ja einen besseren Vorschlag? Ich weiß durch den Besuch auf der Waldorfschule, dass «Normalsein» nicht immer damit zu tun hat, geile Klamotten zu tragen, zu wissen was der Alte vom Mitschüler für ne Kohle verdient, oder wieviele Doktortitel er hat. Da tun mir die kleinen Leid, dass sie sich in so einem Alter mit damit abgeben, statt in Ruhe zu spielen. Vielleicht fällt mir aber die Zusammenarbeit mit anderen leichter. Ich bin auch sehr Menschen-neugierig. Mich interessiert es immer zu wissen, was dem anderen durch den Kopf geht, genauer gesagt, wie sich diese Person fühlt. Ich frage das auch geradeaus. Dabei fällt das tägliche Verhandeln leichter. Ob die Waldorfschule was damit zu tun hat, ich denke eben doch…
    Nach meiner Super-Selbstdarstellung (die nicht so gemeint war), kann ich nur sagen, dass das zynische, misstrauische, coole, großmäulige, besserwisserische, ironische, konsumgeile, individualistische, egoistische, sprücheklopferische (Leer-) Gelaber der «kapitalistischen» Gesellschaft mich (schon lange) überhaupt nicht mehr verletzt, da irrst du dich. Ich finde es noch schlimmer, ich finde es einfach totlangweilig.
    Jetzt muss ich aber los, zu meinem ganz normalen Arbeitsplatz, da ich weder «öko-links» mit Papa’s Eurocard in der Tasche bin, noch krupprechts, noch ein vergrämte Kirchenenttäuschte bin, die die Gemeindearbeit quittiert…

  3. peryton sagt:

    hey ingrid

    leider ist das üblich, dass menschen, die eine walddorfschule besuchen, nicht viele vorinformationen haben, was für eine organisation dahinter steckt. und wenn dir bis heute noch keine zweifel gekommen sind – trotz vielfältiger kritik, die dich teilweise erreicht haben muss, sonst hättest du dich nicht zu meinem kleinen beitrag geäussert – dann zeugt das entweder von (d)einer erstaunlichen kritikunempfindlichkeit oder aber von einer ausgeprägten schläue des hirnwaschenden (waldorf-)systems (übrigens kein pädagogisch progressives, sondern ein unbestreitbar reaktionäres system)

    ich unterstelle beides:
    den ‹betroffenen› (hier bist du gemeint) fehlt es an erkenntnismut und -willen, alles gelernte kritisch in frage zu stellen. weil die antwort vielleicht erschreckend wäre, wird das geschehene/gelernte nachträglich als ‹gut› bewertet. das erspart schmerzen … und arbeit

    das anthroposophie-weltenmodell ist durchaus ein absurd zu nennendes, ein widersprüchliches, ein ‹verrücktes› … aber es ist auch ein an wirtschaftlichen abläufen interessiertes – schliesslich stehen grosse gewinner dahinter: demeter, weleda, gls, die ‹christengemeinschaft› … um nur einige zu nennen. die ziehen sich ihre kundschaft heran aus einem wachsenden pool unkritischer kinder und realitätsflüchtiger ex-linker, auch vereinsamter kirchenenttäuschter, denen die welt zu kalt geworden ist. das mag polemisch sein und klingen, ist aber leider wahr

    denn auch der anthroposophische kapitalismus hat nur ein wahres ziel: kohle machen. das geht – es war ein weiter bogen zurück – heutzutage am besten auch mit behinderten, die sonst in dieser leistungsgesellschaft kein mensch ‹haben› will … und ‹müssten sie’s nicht, die meisten ‹anthros›, die ganz normal-gewaltgeprägten gutmenschen, sie würden da auch gerne drauf verzichten

    was heissen soll: nicht liebe treibt sie, sondern blosse gier

    ach ja, die welt ist schlecht, ingrid, nicht wahr? drei klare sätze – und schon liebt dich keiner mehr … du wirst es dennoch schaffen, davon bin ich überzeugt

    mit bitter-satirischen grüssen grüsst:
    peryton

  4. Ingrid sagt:

    Hallo,
    leider weiß ich zu wenig über Rudolf Steiners Philosophie, obwohl ich eine Waldorfschule bis zur 6. Klasse besucht habe. Daher kann ich bei der Diskussion nicht richtig mithalten. Ich kann aber erfahrungsgemäß nicht nachvollziehen, wie sich die Waldorfpädagogik mit Steiners «braunem» Gedankengut vereinbaren lässt. In meiner Klasse hatten wir behinderte Mitschüler und solche, die ausgeprägte Lernschwierigkeiten hatten. Gemäß der schrecklichen Nazi-Theorie würde es sich um «wertloses Leben» handeln. Nichts dergleichen geschah bei uns. Unsere Mitschüler waren vollkommen integriert, wir kleinen «normalen» Kinder brachten ihnen mehr Hilfsbereitschaft, Verständnis und Zugehörigkeitsgefühl entgegen als die «Gesellschaft» es in der Regel tut. Sie gehörten einfach mit zur Klasse.
    Später bin ich auf ein Gymnasium übergewechselt, weil ich Abi machen wollte (und problemlos gemacht habe). Der Wechsel war am Anfang ein Schock. Die kleinen Zwölfjährigen waren Spießer und Streber, eingebildet und rücksichtslos. Wer mal ´ne fünf schrieb, war «unterbelichtet». Sowas hatte ich bis dahin noch nie gehört.
    Gruß,
    Ingrid

  5. peryton sagt:

    eine entschuldigung

    ‹C’est naturel que tu me frappe tout de suite dans la face›, schrieb raul in einer sehr persönlichen email und erzählte ausführlich von seiner kritischen haltung gegenüber rudolf steiner, gegenüber esotherik im allgemeinen, seine ablehnung von ‹fanatismus›, wie er es nennt, erzählte aus seiner biographie, von seinen weitgespannten tätigkeiten in sozialen, künstlerischen und politischen bereichen

    raul, ich habe mit polemik auf vermeindliche polemik geantwortet und entschuldige mich aus tiefem herzen dafür

    ‹Tu n’as pas répondu› hast du gesagt und ich antworte deshalb an dieser stelle: nein, ich begnüge mich nicht mit der wiedergabe von zitaten. im gegenteil, zitatsammlungen hatten für mich von klein auf wenig attraktivität – es ist so oft ein schmücken mit fremden federn, mit fremden worten, ohne das eigene, persönliche, ein verstecken auch hinter anderen, so genannten ‹grossen geistern›. ich mochte auch nie die verkürzung auf prägnante formeln (wie zum beispiel ’no war›, ’smash it› oder ‹go vegan›); sie enthalten trotz (oder wegen) ihrer farbigen kompaktheit keine kraft zur veränderung. ich versuche stets, unter die oberflächen zu schauen, die fragen zu stellen, die weiter reichen – und habe im niederschreiben dieses satzes bereits gelogen: in deinem fall hätte ich vor der ‹hinrichtung› ein paar fragen mehr stellen müssen

    die ist der öffentliche teil meiner entschuldigung. du wirst später eine email bekommen, in dem ich auf deine weiteren fragen ausführlich eingehen will

    noch einmal, weil mir mein vorschnelles verurteilen sehr, sehr unangenehm ist: raul, je m’excuse sincèrement

    peryton

  6. peryton sagt:

    salut raul

    die steinerschen weisheiten scheinen dir derart nah am gemüt zu liegen, dass du mir gegenüber gleich in die typische sprache anthroposophischer hierarchie-pädagogik verfällst: kind, lass uns mal wie erwachsene reden …

    ach ja

    sich von den schranken des anerzogenen zu entfernen bedarf gewiss mehr als ‹un minimum d’étude sérieux›. und falls du selber irgendwann den mut aufbringst, unter die oberfläche der dinge zu schauen – wozu absurderweise gerade du mich aufgefordert hast -, wirst du es nicht mehr nötig haben, andere in der gleichen weise belehren zu wollen, die dich gefangen hält

    frei sein heisst, sich nirgendwo festhalten zu müssen, raul. weil steiner & seine seilschaften abhängige brauch(t)en, um zu überleben, erfanden sie obskure lügen von der einzig wahren freiheit innerhalb ihres glaubens und ihrer im okkulten fussenden sektischen gemeinschaft

    gehörst du auch zu den menschen, die das geräusch des windes zwischen gitterstäben brauchen, um von einer freien welt irgendwo dahinter, da draussen träumen zu können? ich nicht, raul

    meine email-adresse hättest du im übrigen ohne grössere schwierigkeiten selbst auf der peryton-homepage finden können. da gibt es ein ‹impressum›. und auch die gängigen suchmaschinen geben dir innerhalb von sekundenbruchteilen auskunft

    in diesem sinne gebe ich dir eine deiner fragen gerne zurück: ‹est-ce que tu as l’intérêt d’étudier un peu les choses de forme adulte?›

    peryton

  7. Raul Guerreiro sagt:

    Salut Georg,

    J’ai lu ton interessant commentaire de Décembre 2005 avec le titre «Non Maman» et en suite l’échange de courtes messages avec ‹Brennende Konsensfabrik›.

    Je ne sais pas quel est l’expérience que tu as dans l’étude des phénomènes culturelles mais je veux te poser une question:

    – Au sujet des stupidités sur le thème «Rassisme» et «Rudolf Steiner» tu est principalement interessé en collectioner des PÉTITES CITATIONS ET PHRASES ISOLÉES pour enfants, ou est-ce que tu as aussi l’intérêt d’étudier un peu les choses de forme adulte ?

    En cas affirmatif tu peux me donner ton email, je veux t’envoyer quelque matériel.

    Mais ça démande un minimum d’étude sérieux. Si tu veux rester dans la surface des choses, just forget it and forget me.

    Salut,
    Raul

  8. ja, «lieblingsworte» ist eine grausame formulierung – vor allem war es aber auch eine humoristische, rasierklingenhumor mit reflektierter grausamkeit wenn mensch so möchte.

    das sekten- und faschismusnähe-thema der tierrechtsszene wäre für mich noch mal auszuweiten auf den gesamten ernährungskomplex (wenn du das nicht eh schon mitbedacht hattest).
    mir bereitet hier die äußerst starke präsenz aller möglicher rechtskonservativer strömungen kummer. hierzuorts kann mensch nicht einmal in das weit und breit einzige vegetarische restaurant essen gehen, da selbiges im besitz esoterischer sektenmitglieder ist – original mit guru (sri srimoney oder so) und allem metaphysischen drum und dran. und im ökosupermarkt gibts esoteriker-prospekte aller art zum mitnehmen. schrecklich das. auch einige mitunter große, bekannte lebensmittelunternehmen sind sehr sektengeprägt – das war selbst mir bis vor kurzem eher unbekannt, allerdings muss ich mich noch bemühen in erfahrung zu bringen, welche genau das sind…

    … kann mensch nicht auch mal ohne höhere mächte etwas essen? wozu brauch eineR göttlichkeiten, die einem das essen zubereiten und das besteck halten? … mir ist das äußerst zuwider.

    danke nochmal für die hinzugefügten zitationen, sind interessant zu lesen, um nicht zu sagen «erhellend» (oh, humor humor…)

    mit diskutablen grüßen :)

    – Brennende Konsensfabrik

  9. peryton sagt:


    «weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst
    wenn er ein Schwarzer ist»
    (r. steiner, 1923)

    @ brennende konsensfabrik

    damit du nicht nachblättern musst, für deine
    ‹lieblingsworte› (grausame formulierung!), biete
    ich dir ein paar weitere an, weil ich die literatur
    ja noch präsent habe. dieses thema war übrigens
    ein anderer teil meiner ‹hausaufgaben›, da in der
    sogenannten ‹tierrechtsszene›, mit der ich reich-
    lich streitvolle intimkontakte pflege, die themen-
    kreise ’sekte› und ’nähe zum faschismus› leider
    sehr aktuell sind

    weil ich in meinem blog versuche, die wesent-
    lichen elemente meiner kritik in kurzkommen-
    taren darzustellen (die moderne leserInnschaft
    des internets scheint längeren ausführungen
    gegenüber abhold zu sein), musste ich mich
    auf wenige, prägnante zitate beschränken

    dass ich auf die besondere rechts-esoterische
    pädagogik nicht weiter eingegangen bin, die
    in den waldorfschulen seit inzwischen etwa
    80 jahren praktiziert wird und sich insbeson-
    dere in linksintellektuellen kreisen zunehmen-
    der beliebtheit erfreut, ist natürlich ein grand
    faut-pas. daher danke ich dir für deinen er-
    gänzenden nachsatz und die gesuchte gelegen-
    heit, noch ein paar ’spezielle› zitate steiners
    nachzureichen


    «Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesen-
    heit zu schwach entwickelt hatten, die den
    Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt war-
    en, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter
    der Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile
    ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger
    schwarz.»
    – rudolf steiner (1909) – in: ‹flens-
    burger hefte›, heft 41 (6/93), s. 118. flensburger
    hefte verlag: flensburg (1993)


    «Alles, was der äthiopischen Rasse ihre beson-
    deren Merkmale verleiht, das kommt daher, daß
    die Merkurkräfte in dem Drüsensystem der be-
    treffenden Menschen kochen und brodeln. Das
    kommt davon her, daß sie auskochen, was die
    allgemeine, gleiche Menschengestalt zu der be-
    sonderen der äthiopischen Rasse macht mit der
    schwarzen Hautfarbe, dem wolligen Haar und
    so weiter.»
    – rudolf steiner (1910) – (op. cit., s. 71)


    «Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentüm-
    lichkeit, daß sie alles Licht und diese Wärme vom
    Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und
    dieses Licht und diese Wärme im Weltenrum, die
    kann nicht durch den ganzen Körper hindurchge-
    hen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst
    wenn er ein Schwarzer ist. Es geht nicht durch den
    ganzen Körper durch, sondern hält sich an der
    Oberfläche der Haut, und da wird die Haut dann
    selber schwarz. [ … ] Überall nimmt er Licht und
    Wärme auf, überall. Das verarbeitet er in sich sel-
    ber. Da muss etwas sein, was ihm hilft bei diesem
    Verarbeiten. Nun sehen Sie, das, was ihm hilft bei
    diesem Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinter-
    hirn. Beim Neger ist daher das Hinterhirn besonders
    ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark. Und
    das kann alles das, was das im Menschen drinnen
    ist an Licht und Wärme, verarbeiten. Daher ist beim
    Neger namentlich alles, was mit dem Körper und
    dem Stoffwechsel zusammenhäng, lebhaft ausgebil-
    det. Er hat, wie man sagt, ein starkes Triebleben, In-
    stinktleben. Der Neger hat also ein starkes Trieble-
    ben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und
    Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut
    hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie
    wenn er in seinem Innern von der Sonne gekocht
    würde. Daher kommt sein Triebleben: Im Neger
    wird das drinnen fortwährend richtig gekocht, und
    dasjenige, was dieses Feuer schürt, ist das Hinter-
    hirn.»
    – rudolf steiner (1923) – (op. cit., s. 8 )

  10. Hachja, der alte Steiner, der es geschafft hat – ohne viel eigenes zu tun -, namentlich als Begründer «alternativer» Schulen in die Geschichte einzugehen – von bestimmten runden Bauformen, die uns an das heutzutage auch florierende Feng Shui erinnern mal abgesehen.

    Eigentlich sollte Steiner in die Geschichte als «alternativer Rassist» eingehen, also ein Rassist unter vielen, das wäre nämlich wesentlich passender. Ein Rassist in einer pluralistischen Rassistengesellschaft; das rassistische Fundament tragen sie alle unabhängig von ihrem Namen.

    Letztlich ist Steiner für mich ein rechts-esoterischer Pädagoge – mit Erziehungsanspruch wie der große Rest der Pädagogenflut auch. Das als ernsthafte – gar herrschaftskritische/-lose/libertäre – Alternative zu bezeichnen sollte man der Lächerlichkeit preisgeben, jawohl!

    Meine Lieblingsworte von Steiner sind das Zitat mit den Sonnenstrahlen, welche aufgrund der schwarzen Hautfarbe von Schwarzen den inneren Kern nicht richtig erreichen können und Schwarze folge dessen unterentwickelt sind. – Das ist doch mal süß, nicht wahr?

    Bis dann mein Lieber,

    – Brennende Konsensfabrik

    P.S. Hat das Peryton-Kind schon seine Hausaufgaben gemacht? Der Lehrkörper – welchen selbstverständlich ich performativ verkörpere – wartet nämlich auf die Erfüllung seiner Aufgaben zwecks Einreihung in die Gesellschaft, welche jedoch alternativ in einer Entgleisung enden könnten… und genau das hoffen wir.

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