weblog-archiv - February, 2009
[ winterbrachen III ]
Tuesday, February 24th, 2009
wie es mit s. weiterging? er lief der sonne ent-
ich glaube, wir hatten glück und es ging seinen
manchmal
gegen, bis ihm langweilig wurde, vielleicht, o-
der bis sein mut ihn verliess, die sehnsucht ihn
leise zurückrief; niemals werden wir es wissen
normalen gang: wer gehen kann, kommt wieder
[ winterbrachen II ]
Monday, February 23rd, 2009
wer hatte zuerst gesagt, dass wir zum strand
vor einem grauen haus erstarrte grusslos of-
dann waren wir schon über den deich gestie-
wer hatte zuerst gesagt, dass wir zum strand
bald; bald brechen wir die winterbrachen auf
gehen? weiss nicht mehr; jedenfalls waren
wir bald darauf unterwegs, in arbeitsklamot-
ten unsonntäglich gekleidet, die nahe ferien-
siedlung war wintertot, winterfahl, winterstill
fenmäulig eine graue frau, in der erhobenen
hand eine graue plastikschaufel. wir klapper-
ten vorbei. sperrschilder schlossen uns aus
gen, am meer: sand, dem du das salz anse-
hen kannst. bleiche muscheln und faulender
tang. s. zog den scharfen wind in geweitete
nüstern, liess sich zu boden sinken, wälzte
sich, sprang auf, riss sich los und lief davon
gehen? weiss nicht mehr; jedenfalls waren
wir dort angekommen und ich weiss, wie sehr
du dir gewünscht hattest, dort mit mir zu sein
[ herbstfarben. gelb III ]
Sunday, February 22nd, 2009[ winterbrachen ]
Saturday, February 21st, 2009
natürlich ist auf den wetterbericht genauso ver-
heute scheint die sonne also dennoch: über den
den wildgänsen auf der brachen koppel neben-
und bin überrascht, wie traurig mich das macht
lass wie auf die guten freunde, die dich in ruhe
lassen, wenn du darum bittest; sie lassen nicht
wolken die silberne scheibe. ich bilde mir ihre wär-
me ein. lasse die hände ins fell sinken. lausche
an, schaue weg, als sie durch meinen blick be-
unruhigt scheinen. erholt euch, hände, sage ich
[ herbstfarben. gelb II ]
Tuesday, February 17th, 2009[ pausentag III ]
Monday, February 16th, 2009
leute gibt’s, die können dich mit fast nix aus’m
leben hauen. und andere, die gucken dabei zu;
obwohl sie mit fast nix das hätten verhindern
können. das macht mir einen pausentag, heute
[ herbstfarben. gelb ]
Sunday, February 15th, 2009[ das schweigen der lämmer ]
Saturday, February 14th, 2009
und wo ich gerade so nett mit einem kollegen
(das wird alles mächtig spannend, in den näch-
da, also, fällt mir unser hochgeschätzter arbeit-
höre ich den gestern im radio sagen, mindest-
also, dass sich einer ständig wiederholt, ist ja
und dass sich keines der zahlreichen lämmchen
1977 wurde hanns-martin schleyer, seines zei-
die aktion fand ich damals wie heute übrigens
über die aktuelle wirtschaftslage plausche, ü-
ber das darniederliegen der europäischen auto-
industrie und das niederlegen der wirtschafts-
macht chinas, über das eigentliche glück für
die gepestete umwelt, also über themen, die
einem das herz aufreissen, die jedem so richtig
spass machen, der auf schwarzen humor steht
sten jahren, habe ich gesagt, nur schade, dass
dabei so viele menschen über pecunias schmale
planke und also hopps gehen müssen: next one!)
geberpräsident ein, der doktor dieter hundt
löhne seien “unsozial”, sie gefährdeten arbeits-
plätze. das mit den arbeitsplätzen hat dieser
hundt schon im oktober 2004 gesagt; seitdem
meldet sich der unbelehrbare brückenkopf des
kapitals immer wieder gleich schändlich zu wort
nichts ungewöhnliches, in der politik. aber dass
so einer regelmässig ein podium für seine pole-
mik kriegt, in den medien, ohne die er sicher
wirkungslos bliebe, das ärgert doch. irgendwie
wehrt, die zum hungerlohn alle drecksarbeit ma-
chen, und die sich am ende auch noch dafür
bedanken sollen, das ärgert auch. irgendwie
chens ebenfalls arbeitgeberpräsident, von der
‘raf’ (rote-armee-fraktion) entführt: wollten ihn
gegen elf in knästen gefangene kampfgenossen
austauschen, damals, im heissen, im deutschen
herbst; hat nicht geklappt, wurde er umgebracht
unpassend; die zielperson aber, den altnazi-ar-
beitgeberpräsidenten, durchaus richtig gewählt
wie ich jetzt von der komatösen, von fördertröp-
und weil dieser hundt keinerlei angst zu zeigen
vermutlich hat er im ministerum für bildung und
schon gar nicht das arbeitsvolk, das kann sich
für einen arbeitgeberpräsidenten sind dumping-
fen untauglich am weiterschrauben gehaltenen
deutschen automobil-industrie zu hanns-martin
schleyer komme? weil so einer wie der dr. hundt
die hergestellten notlagen wissentlich nutzt, um
die arbeitssituation seiner in existenzangst ge-
stürzten arbeitssklaven weiter zu verschärfen
scheint, dass irgendeiner widerstand, gar den
aufstand wagen könnte gegen ihn, den präsi-
denten, repräsentant der geldgeilen arbeitge-
berschaft: so einer ist immer täter, nie opfer
forschung vorher um rat angefragt – dort wur-
de ihm versichert, die staatlich geförderten bil-
dungslücken hätten sich ebenso weit wie er-
folgreich ausgebreitet, dass mit einer wieder-
holungstat nicht zu rechnen sei: von geschich-
te kenne kein mensch, kein bürger und eben
der wähler bestimmt nicht mehr allzu genaues
eh keine schule mehr leisten … bei den löhnen
löhne also in etwa so lebenswichtig, wie für den
nicht erfolgreichen selbständigen, den insolven-
ten, den ex-banker oder den hungrigen künstler
der monatliche bezug des arbeitlosengeldes II:
ändert sich was, wird’s ganz schnell dramatisch
mensch, mensch, mensch; so viele worte hab
ich, also, werde diesen tag mit einem spazier-
ich bemüht, nur weil die assoziationen wild mit
mir durchgegangen sind. wer bis hier mitgekom-
men ist: respekt. ich habe längst alle fäden ver-
loren. ich brauche jetzt eine mentale erholungs-
pause und mache das, was dem geldknappen
an erholung zusteht: einen ausgedehnten spa-
ziergang. so wie anno dunnemal mein grosser
kollege victor hugo, der 1855 auf seiner reise
im exil auf der insel guernsey landete und fünf-
zehn lange jahre … aber das ist eine andere
geschichte, die bestimmt nicht hierher gehört
gang in den strassenschluchten meines nord-
deutschen exils beschliessen und dort – zwei-
felnd – dem schweigen der lämmer lauschen
[ perytons farbenlehre ]
Thursday, February 12th, 2009
das hat euch sprachlos gemacht, gell, dies ver-
besässe ich die entwaffnende … ääääh … klar-
damit wäre dann alles … klar. eben. wobei, ich
womit wir wieder bei den frühlingsfarben sind
ich kann sie noch nicht geben, leider. die geheim-
doch um die innere handlung voranzutreiben, ge-
waschene lilablassblau, das ich frecherweise mit
“frühlingsfarben. grün” betitelt habe? es war mir
ein vergnügen; ja, ehrlich, ein ganz besonderes
heit eines freundes, erklärte ich “ich übe noch”
muss es unbedingt anfügen, nicht nur der satz
an sich mich begeistert, seine schiere schlicht-
heit, die auf den kern durchschneidet, die ihn
bloss legt; es ist das “noch”, als ein krönchen
obenauf gesetzt. gar meisterlich, nicht wahr?
- ihr kennt mich gut genug, um zu wissen, dass
ich am liebsten geschichten erzähle, die, einer
karusselfahrt gleich, zum anfang zurück führen -
und meinem wortreichen ringen um aufklärung:
nissvolle dramaturgie des lebens sieht hier eine
spannungspause vor, die einzuhalten ist: schnitt!
be ich euch einen kryptischen ausblick auf das
kommende: “frühlingsfarben. gelb”. sobald die
zeit dafür reif ist. aber noch ist draussen winter
[ frühlingsfarben. grün ]
Wednesday, February 11th, 2009[ peryton an euch ]
Tuesday, February 10th, 2009
die kapuze hochgezogen gegen diesen rück-
zack!
in groben stücken flog der schnee, nasskalt
damit wäre dieser morgen eigentlich erschöp-
wären da nicht die alltäglichen sorgen, die ü-
was tätet ihr, wäret ihr musikerInnen mit er-
die frage klingt absurd? nein, es ist real. ich
also an euch: wie wünscht ihr euch den pery-
fall von winter, wagte ich einen seitenblick, ei-
ne leichte kopfdrehung gegen den wind, da
rammte sich mir so ein ding ins rechte auge:
und ekelhaft. hey! mitten rein ins auge – so-
was nehme ich echt persönlich!! und stolper-
te geblendet über eine möchtegern-gross-
städtische strasse; nein, ich durchwatete ei-
ne flutrinne, überwand eine jegliche kanali-
sation verspottende schlamm-mure, meinem
arbeitscafé zu, meinem morgenasyl, das, be-
schloss ich, mein zuhause sei für die dauer
eines heissen, süssen sojamilch-kaffees. ja
fend, dem bilderhunger des durchschnittlichen
zeitungskonsumenten gemäss ausreichend
farbig beschrieben. ich könnte hier schliessen
ber meine altersbedingt abnehmende sehlei-
stung hinaus gehen, über das alltägliche zip-
perlein, das nervös in erscheinung tritt, wenn
ich mich den nachrichten der tagespolitik zu-
wende (beispielsweise der frau merkel, unse-
rer leider stimmgewaltigen ostquote im regie-
rungsamt, die nicht minder schlimm spricht, als
wenn sie – bitte! – schwiege); nein, es geht
um meine hände, um die finger, die ertauben
lahmenden pfoten, die ihr instrument wenige
minuten nur schmerzfrei bespielen könnten?
nehme eure (ernsten) vorschläge zu herzen
ton, falls der nicht mehr gitarre spielen kann?
[ wirf deinen anker ]
Sunday, February 8th, 2009
die nacht, der mond
wir sind das boot, das
das ufer sind wir
wiegt in den wellen
wirf den anker, sagst
und
ich werfe alles, was
du, ich treibe fort
ich habe, hinterher
[ konzert am 07.02.2009 fällt aus! ]
Saturday, February 7th, 2009
für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, weil
das konzert am 07. februar 2009 im waldhaus (kiel)
sie meinen blog nicht regelmässig lesen und/oder
die werbung in verschiedenen veranstaltungsmaga-
zinen nicht mehr zurückgenommen werden konnte:
muss leider aus krankheitsgründen erneut ausfallen
[ schnäppchen. oder: griff ins klo ]
Tuesday, February 3rd, 2009
das montieren am wc-deckel ist eine intime
vermutlich hatte ich einen glückstag; andere
ja, auf einer öffentlich zugänglichen bedürf-
die verschwiegendste durchschnittskatastro-
und dann?
ästheten ohne rückrat verticken das teil um-
damit wäre diese anrüchige geschichte an ih-
liebesschwüre schwören sich ins abgetaucht-
“schatzi, es rauscht bei dir so, bist du auf’m
doch mir, mir fiel nur eine schraube ins entlei-
mehr nicht. mehr nicht
…
wer von euch da draussen, hochverehrte digi-
“schatzi? ich habe einen schlechten empfang”
angelegenheit, über die besser geschwiegen
wird. der kontakt mit dem allzu endlichen ist
sehr direkt; man kommt sich nah, näher, und
beim vollen körpereinsatz zum festziehen der
verfluchten schrauben, die immer zu locker
bleiben, trägst du besser kein halstuch, kei-
ne brille, bist nicht historisch interessiert, nicht
zimperlich zumindest, was die persönliche hy-
giene der ungezählten reihe an toilettenvor-
besitzerInnen angeht, deine brille sitzt fest
auf ihrem gewohnten nasenrücken; besser:
du hast sie an anderem ort gesichert. mir fiel
eine schraube, ein schräubchen nur ins klo
leute müssen sich nach einem solchen ‘rein-
fall’ ihre zähne herausholen, oder – unspekta-
kulärer – ihre schlüssel. im letzteren fall war
es die toilette des stadttheaters, wurde mir
berichtet, zwischen garderobe und zweitem
klingeln vor bölls “die verlorene ehre der ka-
tharina blum” (die, sei überflüssigerweise
noch angemerkt, nicht mehr zu retten war)
niseinrichtung kann eben selbst das grund-
banale eine gewisse dramatik entfalten (sic!)
phe ist jedoch nicht die allübliche darmträg-
heit oder der gemeine prostatajammer. es
ist das mobiltelefon in der gesässtasche des
mit ‘dem geschäft’ beschäftigten. macht es
beim hier diskutierten erleichterungsakt ein
ungewöhnliches geräusch, ist es selten am
besitzer zerbrochen; wahrscheinlicher ist es
abgetaucht in die häuslichen kloaken und hie
niedergesunken bis auf deren dunklen grund
gehend via www: umständehalber abzugeben
rem ende. eigentlich. würde jetzt nicht nach-
folgen, was – eben – heimlicher alltag an der
betrogenen ohrmuschel ist, wie ich böse ver-
mute, oder – um das delikate totzuwürzen -
an der ahnungslos ankuschelnden oberlippe:
mobile, streptokokken-küsse fliegen digital
klo?” – im besten fall ist die antwort … gelogen
bungsbecken; hätt ich sie nicht gebraucht, ich
gäbe sie verloren, es sei geschworen bei allen
toilettengöttern. das wasser war nicht tief, der
grund war zu erkennen und … ich hab sie mir
geschnappt: mein unterwasser-schnäppchen
tale leserInnenschaft, hat sein handy eigent-
ich auch preiswertest im internet ersteigert?














