[ atomrechtsstaat 2011 ]
November 28th, 2011
business as usual: mit dem alljährlichen castor-
transport nach gorleben bricht der staat mit
gewohnter gewalt alle rechte, deren er habhaft
werden kann. die staatspresse polemisiert, ver-
harmlost oder schweigt sich aus. abseits der
oftmals abgedrängten kameras werden demon-
strierende bedroht, geschlagen, festgenommen
nachdem der bisher längste atommüll-trans-
port auf der schienenstrecke durch zahlreiche
blockaden erfolgreich gestört wurde, geht die
polizei auf den letzten kilometern der strassen-
strecke vor gorleben mit grösster brutalität ge-
gen demonstrierende vor: business as usual
doch der widerstand hat gelernt, ist strate-
wendland-net.de/castor-ticker-2011, 20:17:
gischer geworden. eine der geglückten aktio-
nen: zwei anti-atom-aktivistInnen entern bei
grippel, etwa 7,5 km vor dem geplanten zwi-
schenlager gorleben, das dach des führerhaus-
es der vordersten zugmaschine und beweisen
so, dass auch der teuerste und bestbewach-
te atommülltransport gestürmt werden kann
“die beiden personen sitzen auf dem führer-
haus des ersten castorfahrzeuges, das sich
kurz vor grippel befindet. wie dies angesichts
der massiven polizeipräsenz passieren konnte
kann sich die polizei-pressestelle in lüneburg
nicht erklären. ‘wir waren hier auch sehr
erstaunt’, so die erste reaktion eines polizei-
sprechers.”
nachfolgend links für all jene, die nicht vorort
castor radio freies wendland – aktionsradio
widerständig aktiv und solidarisch sein können:
castortv live-stream
wendland-net: castor-ticker 2011
graswurzel-tv: castor-dokumentationen 2011
n24 live-stream
ndr castor-ticker 2011
zdf mediathek
wendland-net: Nach 125 Stunden erreicht
der Castortransport 2011 das Zwischenlager
nachdem der castor-transport das zwischen-
lager erreicht hat, geht die polizei noch ein-
mal mit grösster gewalt gegen noch in laase
(etwa 4 km vor gorleben) befindliche ver-
anstaltungsteilnehmerInnen vor. auch ein
lautsprecherwagen und das sanitätszelt
wird ohne erkennbaren grund gestürmt. be-
obachter sprechen von “kriegsähnlichen zu-
ständen” und davon, dass dieser gewaltex-
zess, dieses “nachtreten” der polizei bisher
nach jedem castortransport in laase erfolgt
sei. die kameras der öffentlich-rechtlichen
medien zeigen auch heute davon nichts
[ feuer und steine ]
November 26th, 2011
mit einem mal alles auslöschen, was dich an mich
.
erinnerte; wie leicht ginge das heute: klick und weg
.
.
ich bin raus, sagt er. erst den toten gönnen die
feuer gegen bahnanlagen sind angemessen und
kritisierten wortreich ihre zu lebzeiten vermiedene
zuneigung. also ich, sagt er, ich könnte ebenso
ausgiebig drauf pissen wie auf das grab der eltern
steine fliegen gegen polizisten, die einen castor-
transport begleiten, ganz zurecht, sagt er im fort-
gehen. es wird sowieso zurückgeschossen, selbst
wenn du wieder nur gesungen hättest, du trottel
foto: hamburg, juni 2010
[ totensonntag ]
November 20th, 2011
totgesagte kratzen sich das winterfell im morgen-
zu mir her. die mag ich grundsätzlich lieber als
in solchen augenblicken weiss ich um den luxus
nebel, bleiben auf krummen beinen stehn, glotzen
menschen, schon ihres duftenden haares wegen
meiner ausgewählten einsamkeit und ihrer stille
foto: 20. november 2011
[ topograpie blau ]
March 27th, 2011
an der wasserscheide angekommen
topographie blau. bergab ist prinzip
hier macht sich der reine tisch
gilt entscheiden. entweder oder, vor-
oder fortwärts, alt- oder unbekannt
wie von selbst
[ au bout de l'arc en ciel ]
March 12th, 2011
au bout de l’arc en ciel, il y a une maison
pfützen glänzen auf dem parkett, nach
x geht fort
dem grossen regen. x nimmt ihr bündel
auf, schaut prüfend zum dach, sagt:
es muss kaputt sein, schliesst sorgsam
die türe, wirft den schlüssel hinter sich
au bout de l’arc se trouve une maison
[ reha ]
February 15th, 2011
dem sänd’ bandscheiba nausgschbiggt, sagt
nausgeschbiggd, irgendwie, sagt der eine
eine pause entsteht
und nochot?, fragt der andere. reha, sagt der
ree-haa? fragt der andere. glinnick, sagt der
wird scho it so schlimm werra, sagt der eine
der eine. nausgschbiggt?, fragt der andere
eine
eine. auuuuu, sagt der andere und zieht hör-
bar luft zwischen den gebleckten zähnen ein
und schliesst eine tür
peryton eilt davon, seine koffer zu packen
[ mittwintermorgenregen ]
January 20th, 2011
nachts hauen sie mir die tage schmerz-
am morgen aber tun meine hände sich
ausser manchmal. dann sage ich, im win-
höre ich, dass du weinst, ist es zum auf-
den anfang wiederzufinden hiesse zurück-
ja? ja. aber vielleicht ist es sogar einfach
voll um die ohren: da hast du’s, kind!
gut und dir und ich weiss, dass wir sie-
gen werden, trotz alledem: unsere zeit
ter wüchsen keine kirschen, sage, dass
unterm verfluchten schnee keine wege
zu sehen seien, sage, dass ich diese weis-
se pisse nicht mehr ertragen könne und
keine menschen, nein, niemanden mehr
hören zu spät: zu weit. über die grenzen
zugehen, weiss ich wohl. die angst vorm
ersten schritt ist schwerer, als ihn zu tun
[ traum IV ]
January 19th, 2011
aber du und ich, sage ich, das ist doch wie …
da schaut sie mich an und schaut irgendwie
wir beide (im traum nenne ich unsere namen)
… wir beide, das ist wie paul und paula
durch mich hindurch. ich bin mir nicht sicher
sagt sie. und: du verstehst mich nicht
[ surely not ]
January 17th, 2011
“Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich würde sehr gerne, gratis ein Gedicht über
die Liebe bei Ihnen veröffentlichen.:
Liebe
Liebe ist ein Geschenk des Himm(…)”
surely not!!!
davon wird mir bloss schlecht, herr g.w. aus
sie haben ganz bestimmt mehr erfolg und
m.; billige wortschlampereien kann ich eben-
sowenig ertragen wie bauchnabelüberwal-
lungen, arschspalteneinsichten, privatsen-
dernachrichten, poetryslam oder die allge-
genwärtige radiokaufhausmilitärhiphopsuper-
starreimschleimwearethewhiteworld-musik!
zuspruch bei unempfindlicheren kulturbe-
stattern via myspace, twitter oder facebook
[ das grauen wächst mit der erfahrung ]
January 16th, 2011
- dinge, die du nicht sehen willst -
es gibt dinge, die willst du nicht sehen und musst
das universum treibt schneller auseinander, als ich
gerade so geht’s mit eurer kotzgemütlichen gleich-
das ist, was mich ausspeien lässt. dieser unter-
nächste szene, nächster auftritt: hereinspaziert
hört, ferne freunde! das grauen wird nicht klei-
doch: die nachbarsfrau mit hund und kind in aus-
geleierten hosen auf dem weg zu ihrem geringver-
dienerversorgungsmarkt, morgens. vier glattköpfige
nazis in schwarzen kapuzenjacken unten an der
strassenecke, die warten, dass was passiert, am
abend. die alten freunde, die ungerufen nacheinan-
der ihren auftritt haben wie in einer schlechten se-
rie und ich ungefragt mittendrin: achtung, action!
mir vorstellen konnte. zwischen den berührungen
liegen plötzlich jahre, jahrzehnte, die euch ebenso-
wenig schöner gemacht haben, wie mich. unsere
gedanken erreichen sich nicht; sie sind parallelen
die sich im unendlichen nicht kreuzen, wie ange-
nommen wird, sondern gezwungen sind stet von-
einander zu fliehen, bis sie auf unendlich grossen
bahnen zwei kreise sind, die sich niemals berühren
gültigkeit: es wird schon nichts passieren, es ist
alles halb so schlimm, was du vergessen hast, war
sicher nicht so wichtig, heile heile segen und wenn
du erst verheiratet bist, tochter, dann brauchen
wir uns keine sorgen mehr um deine zukunft zu
machen und am ende fügt sich sowieso alles zum
besten, wenn du nur willst, wenn du immer lieb
bist, wenn du keine widerworte findest, amen
schied zwischen unseren wirklichkeiten, unend-
liche welten zwischen eurer und meiner: an-
schauen und aushalten müssen. wenn mir die
zähne knirschen und krachen, dann ist’s, weil mir
das verlogene lächeln nicht immer gelingen will
wohlweisslich verflossene, vergessene, nie ge-
misste geliebte, deren namen mir just mit dem
abwenden verloren ging – herzlich willkommen!
ner mit dem alter; es wächst mit der erfahrung
foto: nabelschau. peryton-archiv
[ verschoben! "buch am see", 17.12.2010 ]
October 21st, 2010
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achtung änderung:
die veranstaltung ist krankheits-
bedingt verschoben auf den
17. dezember 2010
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peryton singt, liest und spielt unplugged
19. november 2010
“buch am see”
schulstrasse 9, 88085 langenargen
beginn: 19:30 uhr
[ faire le bilan ]
October 19th, 2010
am ende also werden eure bemühungen aufge-
am ende, eben, wird abgerechnet, nicht wahr?
ja, ihr seid die kinder einer besonderen zeit, ich
rechnet um die deutung meiner träume, bis sie
keine spur mehr aufwiesen, bis die farben eure
und eben falsche farben waren, bis ich blind
war für das eigene bild und taub gegen die in-
neren stimmen. beinahe, jedenfalls, wäre euch
all dies gelungen. aber wieviel zeit habt ihr ge-
braucht, aufgewendet, eingesetzt bis die mau-
erfugen glattgestrichen waren mit dem lehm
eurer worte und mit mörderischen schlägen?
weiss das wohl, einer zeit, die den belehrenden
zeigefinger der geschichte voran getragen be-
kommt, einer vergangenheit, aus der wir alle ge-
lernt haben wollen oder sollen, heute. nur: was?
in neuen träumen kippe ich heute eure grab-
und in trotzenden farben schreibe ich auf die
nichts
steine zur seite, reisse ich mit den umstürzen-
den sockeln die erde eurer grabesruhe auf, ich
bringe mein entsetzen, meine wut ans licht, in
eure alltagsruhe, bringe die unstimmigkeiten
jener jahre nach oben, die nie aufgehört haben
in mir zu singen, zu sprechen, in mir zu schrein
gestürzten steine “ihr seid nicht besser gewe-
sen als all eure nachbarn” und “kinderschänder”
und “liebe ist weniger schmerzvoll als ein fres-
sender tod”; schreibe ich in der hoffnung, dass
meine wut kleiner wird mit dem ausatmen da-
nach und mit dem aufschrei der anderen, die
sich gestört fühlen werden und die moral anru-
fen werden oder das gesetz; all das zählt mir
ich habe euch die roten korrekturstifte meiner
am ende also werden eure bemühungen aufge-
am ende also sage ich euch, dass keine rech-
kindheit aus den händen genommen, habe auf-
gehört zu schweigen, ich habe hören gelernt
und hinschauen, selbst wenn das weh tat. und
ja, ja, ich habe sogar irgendwann lieben gelernt
rechnet um die deutung meiner träume, damals
nung mehr offen ist, von meiner seite, dass ich
euch nichts schuldig bin, dass ich das mir zuste-
hende nie in dem masse bekommen habe wie
es angemessen gewesen wäre; aber dass ich
euch die schulden erlasse, weil ihr doch nur die
schrecklichen kinder schrecklicher zeiten gewe-
sen seid: auf ewig fort und niemandes vorbild
hört ihr? auf ewig fort, niemandes vorbild – und
verachtung zu spüren ist mir durchaus erlaubt
[ glückwunsch, karl-heinz neudel! ]
October 18th, 2010
sechzig jahre alt ist er geworden. und dass
und ganz besonders, ganz persönlich auch
ausgerechnet ich – der “schräge typ”, der
“bunte vogel”, wie er laut zu sagen pflegt -
zu der illustren menge geladener gäste ge-
hören durfte, finde ich ebenso anrührend
wie seine kurze, tränenerstickte dankes-
rede an seine wegbegleiterInnen durch be-
wegte jahre. danke, karl-heinz neudel, für
deine innovativen ideen im instrumenten-
bau, deine jugendliche offenheit, dein künst-
lerisch-handwerkliches einfühlungsvermögen
in jede gewünschte verrücktheit – oder eben
unbedingte notwendigkeit -, deine begeiste-
rung für und auch toleranz gegenüber der
vielfältigkeit deines musikalischen klientels
mein dank für deine herzliche freundschaft!
[ kunst im dialog II ]
October 3rd, 2010
“ansichten”
sebastian harwardt stellt aus, peryton spielt
05. oktober 2010
“kreissparkasse”
lange strasse 67/68
39590 tangermünde
beginn: 18:30 uhr





















