[ fünfzehnter november 2005, 07:28 ]


 

kalt zerklirrte dieser morgen, wie das glas
zerbarst er unter ihren schlägen: aufmachen
oder …! ein ganz normaler terrormorgen
mit splittern im hemd, splittern in den
haaren, im mund sogar – und mir stank
entgegen ihre wut, besonders später, dass
noch immer keine angst war, in mir

wer sagt, dass die freiheit noch schläft, in
diesem lande, lügt. ihr habt sie euch erfun-
den. deshalb – und ohne dank – zurück an
euch: da nehme ich doch lieber meine
eigene, die ehrlich ist und stark und deren
name nicht geschrieben werden muss mit
scherben und blut
 

15. november 2005, 7:28 uhr

anlässlich der fahrzeugkontrolle auf einer bayerischen
autobahnraststätte schlug ein polizist die scheiben zweier
autofenster ein. anschliessend wurde ich wegen ‹wider-
stands gegen die staatsgewalt› festgenommen und – mit
handschellen gefesselt – in einen jener neubauten ver-
bracht, mit denen die deutsche staatsgewalt in jüngerer
zeit zunehmend städtebaulich in erscheinung tritt. etwa
anderthalb stunden lang blieb ich an eine sitzbank geket-
tet, bevor ich meinen anwalt anrufen konnte

ein ganz normaler vorgang, wie ein polizist später erklär-
te. ach, fragte ich ihn, das ist für menschen wie sie normal


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