[ de mémoires ]

es liegt in den stillen pausen, sage ich dir, was ich
dir sagen will; es ist, dass früher schrie, was heut
herausgeschwiegen ist. darum flüstert meine stadt
in ihren gassen schattensprachen, darum die tun-
nelschluchten, die mauertüren im geheimen (pass-
wort oder klug gelogen). noch glaube ich, dass du
die pfade kennst, die pforte öffnen, die zweige tei-
len kannst wie morgennebel, dass du durch dor-
nenranken schlüpfen kannst in meine gärten, dem
duft der rose folgend zwischen laubengängen, bis

bis in meine träume. du tust mir nicht gut, sagst
du. ich schweige. ein regentropfen findet meine
wange, ein täuberich dreht vor einem unsichtba-
ren spiegel sich und pickt vom fenstersims ein
nichts, über dünen ziehen dromedare, wiegend
mit dem klang der wüstenwinde, unfehlbar hin zur
quelle, blind, verborgen unter dürrem sand, un-
geboren als erinnerung, bis

bis wir erwachen, blinzeln aus verklebten augen
über den rand der tassen. ma chère. in deinen
augen lieb ich dich. in dir bin ich verloren bis ans
ende der

tage

ich habe angst vor dem vergessen


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