[ vier fragen ]

Januar 7th, 2005

sie kamen per email und schienen mir beantwortenswerter als die in weblogs so beliebten ‚most urgent questions of the day‘ (sowas wie „wann hattest du zum letzten mal sex in der badewanne?“ … gääääääääähn … )

– 1 –
welche art mensch gibt es in 1000 jahren?

immer noch den ‚homo sapiens‘. für die ausbildung neuer menschenarten sind tausend jahre ein zu kleiner zeitraum

falls aber die frage nicht in wissenschaftlich-biologischem sinn, sondern philosophisch auszulegen war: heute mache ich mir vorrangig keine gedanken über mögliche tendenzen der menschheitsentwicklung – weder positiv noch negativ. in meinen augen ist es wesentlich dringlicher, an lösungsmöglichkeiten aktueller fragestellungen zu arbeiten, kultur und sozialleben heute schon in einer art mitzugestalten, die ich auch in der prognose einer möglichen zukunft lebenswert finde

allerdings hatte ich mich vor über 10 jahren an einem ausschreiben zum thema „frieden in der welt im jahr 2010“ (oder so ähnlich) beteiligt. irgendein ‚friedenskalender‘ hatte dieses ding veranstaltet – ich glaube mich auch noch zu erinnern, dass irgendein kieler verlag daran beteiligt war. mein beitrag, meine persönliche ‚weltbildprognose‘, fiel wütend und düster aus; damit war im vorfeld gesichert, dass dieser text keine prämierung erfahren konnte. allerdings entsprach meine prognostizierte wirklichkeit in etwa der heutigen situation. bei gelegenheit werde ich den text heraussuchen – vorausgesetzt, ich finde davon noch verwertbare reste

– 2 –
wenn es sowas wie ‚gott‘ gibt, und du könntest es einige tage sein, was würdest du machen?

selbstverständlich gibt es ‚götter‘ – allerdings nur in der phantasie der menschen. sie sind die bildgewordenen gedankengespinste erträumter sicherheit, phantasmata der sehnsucht nach geborgenheit, erklärung, antwort … und nach macht

angesichts der unzähligen erfahrungen menschlicher zivilisationsgeschichte ist schwer nachvollziehbar, warum menschen (dennoch) immer wieder gottbilder zu ‚benötigen‘ scheinen, sie konservieren und neu erschaffen. nach meiner einschätzung führen derartige konstruktionen weder zu aufklärung noch zu freiheit, sondern stets (und) logischerweise zu unfreiheit, zwang (selbstzwang eingeschlossen) und unterdrückung

in einem meiner chansons („da du gehen musst“) singe ich „wenn ich die zeiten lenkte – sie lenken würd ich nicht“; nein, ich habe kein interesse an macht – vielmehr interesse an einer dekonstruktion von strukturen, die macht, unfreiheit und leid erzeugen

– 3 –
(zu 2) würdest du die welt zerstören um eine neue zu erschaffen? oder nur zerstören? oder sie ändern?

die von mir verwandte formulierung ‚dekonstruktion von macht‘ impliziert die zerstörung von machtstrukturen – also ihren abbau, gegebenenfalls auch mit militanten mitteln. ich bin ein verfechter gewaltfreier aktionsformen und befürworte durchaus (zum beispiel) das einreissen von gefängnismauern, falls eine direkte aktion dies nötig machte. und sofern keine lebewesen dadurch gefährdet oder beschädigt würden

sanfter formuliert: ich habe schon vielfach jagdhochsitze abgesägt und die folgen juristisch durchstritten, da ich diskussion über ‚zivilen ungehorsam‘, ‚anarchie im alltag‘ und das positive bild einer anti-hierarchisch libertären lebensalternative aktiv befördern will

– 4 –
kann man menschen wie tiere halten?

als ich anfing politisch wacher zu werden und zum ersten mal bilder von gefangenen in konzentrationslagern sah, menschenleiberhaufen, fotos von erschossenen soldaten der weltkriege und später (ich glaube ende der siebziger jahre) von noch existenter sklavenhaltung im süden nordamerikas erfuhr, habe ich einfach nicht verstehen können. habe ich mich geweigert zu verstehen

während meiner ersten eigenständigen auslandsreise, im alter von 16 jahren, mit einem freund durch frankreich trampend, wurden wir wiederholt als „boche“ beschimpft – ich war verletzt, weil ich nicht begriff, warum wir junge menschen … der zweite weltkrieg war doch schliesslich nicht ‚unser‘ krieg gewesen, sondern der unserer eltern und grosseltern. in paris fand ich in einem antiquariat einen fotoband über deutsche konzentrationslager – mit fotos, die schrecklicher waren als alles, was ich bis dahin gesehen hatte. mir fehlte der mut, das buch zu kaufen. aber ich glaubte zum ersten mal, etwas verstanden zu haben

nein, niemand hat das recht, menschen zu ‚halten‘. kein mensch, niemand. in einer gerechten welt kann es kein oben und unten geben, keine macht und keine abhängigkeit

nach meinem empfinden hat auch kein mensch das recht, tiere zu ‚halten‘, da ich die spezisitische trennung von ‚mensch versus tier‘ ablehne und bekämpfe: kein oben, kein unten, keine abhängigkeit. aus diesem grunde begreife ich mich heute als aktiven teil der linken autonomen tierrechtsbewegung

danke, z., deine fragen haben mich sehr zum nachdenken gebracht. du wirst nun verstehen, was ich damit meinte, als ich dir schrieb, ich bräuchte für die antworten doch etwas mehr zeit …


[ atlantis 2004 ]

Januar 6th, 2005

– oder – [ katastrophen-olympiade ]

herausgerufen strömen patriotenscharen aus
heimlichen bunkerlöchern, schlagen heulend sich
an ihre brust und bringen neue hymnen zu gehör
: euros sollen rollen gegen alle qual. da sind ver-
sunken fernerholungstempel mitsamt dem sex-
touristen und grauslig vielen indigenen; da klopft
das deutsche herz vernehmlich und macht
deutsche tränen, oben

mir ist egal, wieviele opfer welcher nationalstatistik
zugeschlagen sind: da enden unvorstellbar viele
menschenleben. reicht euch das nicht für die ge-
meinsame, die hilfe ohne namen?

ich glaub euch allen nicht. ich glaube nicht gesalb-
ten reden und nicht den tränen jener, die vom
elend leben. den schmerz betroffener muss ich
nicht allerorten und nicht ohne ende sehen, wie
die filmsequenz einschlagender flugzeuge in den
zwillingstürmen

erinnert ihr euch noch, wie sich die sprache hin
zum krieg gedreht, in kurzen stunden? so wird
die menschenkatastrophe hin zum argument
gewandelt und zum börsenspiel

nein, ich muss mich nicht entschuldigen vor je-
nen, die betroffen waren und betroffen sind
– doch die sollen bespien sein, von mir, die deren
schmerz missbrauchen


[ durch die nacht ]

Januar 5th, 2005

– casablanca 05 –
 

die karawane zieht an mir vorbei
versunken hinterm steuer, in gedanken
gleich der nacht, draussen (und) vorüber
fragen auf den rücken schaukelnd; fremd
oder eigen? wo soll mein auge
ruhen in der nacht? auf wiegender
rippe, im bug meines schiffes oder bei
dir? die nächste karawane; déja vu, déja cru

fehler oder
trug?

selbst oder fremd sein – diese frage trieb
schon manche in den wahn; mich: durch
die nächte, karawanengleich

so neigt sich dir mein gruss entgegen
dir, da ich enteile, da ich davon träume
davonträume und davon
geneigt
 

foto: magdeburg, 01. januar 2005


[ neujahrsgrüsse ]

Januar 2nd, 2005

ja, auch ich verschicke neujahrsgrüsse; wenn auch nur an wenige. an dich, zum beispiel: vergiss uns beide nicht, im umherwirbeln, im alltagstreiben. ja?

lass dich umarmen, ferne, in gedanken
dann fliehn wir voneinander; du
dort hin, ich da hin. wie immer
bis zum nächsten erwachen
bis zur nächsten sehnsucht
morgen, vielleicht

ja, vielleicht schon morgen

komm. sag es


[ konzertlob. konzertfotos ]

Dezember 31st, 2004

weil mir auf die schnelle keine besseren worte einfallen, unseren herzlichen dank an die veranstalter sowie das publikum in tangermünde und magdeburg – und als externes stimmungsbild den gästebuch-eintrag von ‚enfant terrible‚ sebastian

enfant terrible 30.12.04 15:15
( / webseite)

Hallo Georg,
Es tut mir aufrichtig Leid, dass wir schon gehen mussten, Kathas Eltern haben gestresst, weil sie das P7 nicht gefunden haben und so, naja war schade, aber es war Sagenhaft, richtig genial ^^ . Also ja das wollt ich noch los werden, Sehr schöne Show!!
grüße
Sebastian

danke schön. euch allen. auch für die vielen lieben grüsse

ach, das noch: jens grubert hat die ersten fotos ins netz gestellt … fotos vom konzert in tangermünde (28. 12. 2004)


[ konstellation raum klang ]

Dezember 26th, 2004

– spiel drei ohne vier –
 

von rechts nach links:
martin „malte“ pelzer (bass)
reiner „kanne“ trautmann (saxophon)
georg hemprich (gitarre, gesang)

 

foto: jens grubert ©. magdeburg, 19. dezember 2004


[ saitenblick ]

Dezember 25th, 2004

– peryton beim proben –
 

foto: jens grubert ©. magdeburg, 19. dezember 2004


[ close to peryton ]

Dezember 21st, 2004

– close to two eyes closed –
 

paparazzi-shot: thomas vallentin©
berlin, 01. november 2004


[ … und ein nachsatz zur zeit ]

Dezember 20th, 2004

ein ‚danke‘, dir, für diesen langen brief. ja, ich
versteh nun besser. (ausserdem liebe ich ‚band-
wurmsätze‘, wusstest du das noch nicht?) sicher
gibt es parallelen zwischen diesen geschichten
– (aber) ich arbeite (noch) an meinen eigenen

erhol dich mal wieder gut von deinem ‚psychisch-
en muskelkater‘ und verzeih bitte den spott des
unwissenden

und ein ‚danke‘, dir, ebenfalls ans entgegenge-
setzte ende dieser jammervollen republik, für
deinen gruss, der auch diesmal wieder so spät
zu mir kam. schwer, darauf zu antworten; es lie-
gen so viele wege zwischen uns, so viele reisen
aneinander vorbei. so viel warten

den gruss an dich schicke ich dir in den schnee
der berge hinterher. du weisst schon, den wei-
chen, der schwer von den ästen fällt …

und wenn du den mond aufgehen siehst, schaust
du direkt in meine augen. es braucht nicht mehr
als den gemeinsamen gedanken, alle entfernung
der welt zusammenschmelzen zu lassen, wie
schneestaub auf den federn des weissen
habichts, da es ein frühlingsmorgen wird, zu tau

nachsatz

heute wurde die deutsche folter zu einer baga-
telle herabgeurteilt. weil sie gar nicht so heisst;
und weil sie auf ‚ehrenwerten motiven‘ gründet

nicht viel neues, an dieser neuigkeit, denn das
wussten wir schon: sie steht ganz rechts, die
ewige deutsche leitkultur

=> link: indymedia, 20.12.2004 < =


[ ein ganz normaler sonntag ]

Dezember 19th, 2004

– peryton & die falken –  

proben mit den magdeburger ‚falken‘ und fotoses-
sion mit jens grubert. alles wie immer, alles normal

gelogen. ein fast normaler sonntag. wäre da nicht
der kater vom vorabend, der laut und wunderlich
schnurrt. schlimmer noch: der schnurrt und schunkelt

wie?

nein, seinen namen gibt er nicht preis
 

foto: jens grubert ©
magdeburg, 19. dezember 2004


von rechts nach links: martin „malte“ pelzer (bass)
georg hemprich (gitarre, gesang), reiner „kanne“
trautmann (saxophon), hendrik may (e-gitarre)


[ mondszene, unterwegs ]

Dezember 17th, 2004

am himmel gen sachsen und anhalt
sah ich das mondschiff sinken
es reckte sein güldenes heck steil auf
vertiefte sich zwischen den wolken

die szene schloss mit schwärzester nacht
sein abgang blieb lautlos, ohne applaus
blieb weithin unbemerkt; doch mir
mir starb gestern das mondschiff dahin

am himmel gen anhalt und sachsen


[ time-out ]

Dezember 15th, 2004

– erster schnee. time-out –
 

mein halten überhöht, vielleicht
ja, vielleicht. eine
möglichkeit
eine möglichkeit
dennoch bin ich es, die dich
sah: gross und klein

du malst mit farben, die mir leben sind
 

foto: leipzig, 19. november 2004


[ lizenz zum töten? ]

Dezember 14th, 2004

am morgen des 15. dezember 2004 fuhr in der nähe von buchholz (niedersachsen) ein atomtransport trotz vorheriger warnung nahezu ungebremst in eine barrikade aus ästen und zweigen (link: castorblockade 15-12-2004). dadurch wurde die zugmaschine leicht beschädigt und für etwa 2 stunden an der weiterfahrt gehindert

stoppt der lokführer eines atomtransportes nicht, obwohl in ausreichendem räumlichen abstand internationale stoppsignale gegeben wurden, obwohl die praxis demonstrativer ankettblockaden bekannt ist, ist eine gefährdungsabsicht – sogar eine tötungsabsicht – nicht auszuschliessen

« c’est le nucléaire qui l’a tué »(l’est republicain, 09-11-2004)

zur erinnerung: am 07. november 2004 wurde der atomkraft-
gegner sébastian briat nahe nancy (frankreich) von einem
castortransport überrollt und getötet

[ tristesse (1) ]

Dezember 13th, 2004

– ganz am rand: tristesse –
 

foto: oderbruch, 03. dezember 2004


[ ein flüchtiger bekannter. liebenswert ]

Dezember 13th, 2004


 

lass fallen

ein blick reicht sicher nicht
vielleicht erschreckt er sich, der
schrecke. möglicherweise: eine
flüchtige bekanntschaft. ein echter
macho, haarig. manchen riecht er
streng, durchaus; aber: zum verlieben

ein vorteil, ein nachteil: sein
steter wunsch nach freiheit
nach liebe, grenzenlos

lass fallen
 

foto: 03. dezember 2004


[ 11. 12. 2004 – 23:19 ]

Dezember 11th, 2004

ja, vielleicht lag alles daran, dass ich heute morgen
falsch geweckt wurde. und falsch angeschaut. minu-
tenlang besprochen. zum kotzen: wenn im kopf noch
melodien und bilder jagen – nicht zu ertragen. der
einzige lärm darf dann mein eigener sein

sagt da wer, ich sei egoistisch?
selbstbezogen??
egozentrisch???

richtig

in den städten geborgen, auf dem land zuhaus – und
momentan gefangen in der winterkälte: abhauen will
ich

und deswegen hast du, leider, dies gejammere abge-
kriegt. aber ich konnte es einfach nicht anders sagen
… schlimm?

sag einfach: es ist gut – und morgen wache ich anders
auf. zumindest will ich es versuchen


[ hirnringend. unoriginell ]

Dezember 11th, 2004

dies wäre das einzig angemessene weihnachtsgeschenk von
mir an dich, sofern ich weihnachtsgeschenke machte. und
sofern ich deine anschrift hätte

einen ganzen armvoll klopapier, geklaut in deutschlands ober-
sten bildungsetagen: eine rolle aus der heidelberger universi-
tät (ist schon bereitgelegt. ernsthaft), aus der marburger uni
(früher rot, heute … die uni, meine ich: liegt in drei tagen nahe
meiner reiseroute), aus der kieler uni (das wäre vor weihnach-
ten noch knapp zu schaffen), aus der magdeburger uni (kurz
nach dem gipfel der konsumextase, aber bestimmt im rahmen
der toleranz; geschenke umtauschen geht ja auch fast bis
ostern (zurückgeben, übrigens, über jede frist hinaus)). das
hygienepapier der leipziger universität würde die ganze aktion
sicher bis ins neue jahr und damit in die unverständlichkeit
hinein verzögern

du hast recht: insgesamt kein origineller gedanke

aber ich mache gar keine weihnachtsgeschenke. nicht mal an

… dich

nein, das ist keine sonderform der beschwerde, da du dich nicht
meldest. es ist ein empörter aufschrei. viele leute (die meisten?)
sind mir schlicht egal – von manchen aber wünsch ich ständige
beachtung. ich kriege sonst anhaltend schlechte laune. ehrlich


[ konzerte im dezember 2004 ]

Dezember 9th, 2004

„peryton goes rock“ – special guest: „mc albino“

28. dezember
– 20:00 uhr –
tangermünde
„grete-minde-saal“ (lindenstrasse 11)

29. dezember
– ca. 19:00 uhr –
magdeburg
otto v. guericke universität

(konzert im rahmen des jugendumwelt-
kongresses ‚jukss‘ – nähere infos hier)

georg hemprich (gesang, gitarre)
hendrik may (e-gitarre)
„malte“ martin pelzer (bass)
„kanne“ reiner trautmann (saxophon)
& matthias „mc albino“ albrecht (rap)

nachtrag: das konzert am 27. 12. 2004 im ‚bluenote‘
(lessingstrasse 20, magdeburg) musste leider aus
technischen gründen abgesagt werden


[ und weiter ]

Dezember 7th, 2004

hier ist alles erledigt: gestern „unter der asche“
aufgenommen, heute die probe mit ‚mc albino‘

gleich treffen wir uns nochmal zum essen, als
einen vegan-genüsslichen abschluss

zuletzt eine glutheisse dusche und weiter, wie immer:
tür, treppe, autobahn …

… pssssssssssssssssssssssst?!
danke für die kraft, die zärtlichkeit, die du mir in den letzten tagen
gegeben hast … auf den tagebucheintrag
‚peryton – sexed‘
hab ich mit leichtem bedauern verzichtet. vorerst


[ one-hand-solution ]

Dezember 7th, 2004

– oder – [ feuerwerk am platz des himmlischen friedens ]

mit verlaub, zahnkranke bademeisterin, diese art von ‚fanpost‘ eignet sich
– leider – nicht zur veröffentlichung, obwohl die zeichnung eigentlich lustig ist

lieber dies. keine fanpost; eher private nachhilfe in alltagsphilosophie:

will ich einen weihnachtsbaum oder nicht? silvester könnte der im weg stehen, aber falls wir das wie immer machen, muss einer dasein. außerdem sieht er ja auch schön aus und vor einem weihnachtsbaum haben viele ja sowas wie respekt. zumindest wird er großräumig umgangen

ich liebe deine salamandrische logik, habe ich dir das schon mal verraten, lachskopf?

mein vorschlag zur erleichterung deiner entscheidungskrise: die one-hand-solution am platz des himmlischen friedens. natürlich muss ein baum her, mitten hinein gestellt ins wohnzimmer, hübsch geschmückt mit ‚kanonenschlag‘ und ‚chinaböller’°. bis weihnachten wird ordentlich drum herum gegangen, dann wie gewohnt zur rechten zeit (und) falsch gesungen, dann endlich (endlich!) … sprengen, das teil, an silvester: ein feuerwerk der glückseligkeit. damit ist auch die gleichzeitige eliminierung von folgeproblematiken wie zunehmende kontamination des wohnzimmerteppichs durch trockene baumnadeln und die spätere entsorgung der peinlichen installation gesichert

brauchst du vielleicht noch tipps zum weihnachtsbraten? falls gewünscht, mache ich mir hierzu noch ein, zwei helfende gedanken. damit das lügenfest auch diesjahr wieder ein voller erfolg werden kann

° damit liegst du treffsicher im geschmack der zeit: seit obermichel schröders ungehemmtem reisen ist china wieder top en vogue, pekings ‚platz des himmlischen friedens‘ nicht mehr als eines der reiseziele des wachsenden westtourismus. brandaktuell, sozusagen: böller statt brot. ‚daimler-crysler‘ statt menschenrechte … hat da jemand ’siemens‘ gesagt? stimmt; wie konnte ich vergessen dies synonym für erfolgreichen deutschen neoliberalismus: menschenrechte? menschlichkeit? umweltschutz?

scheiss egal. frömmelnde weihenacht, allerorten

… kotzt da wer?