kommst du alleine wieder raus, aus deinem liebessumpf?
falls du beim weg zurück ins kahle leben unterstützung
brauchst: ich reichte dir glatt eine hand______voll spott
alors … wenn’s denn gefällig ist, madame …
kommst du alleine wieder raus, aus deinem liebessumpf?
falls du beim weg zurück ins kahle leben unterstützung
brauchst: ich reichte dir glatt eine hand______voll spott
alors … wenn’s denn gefällig ist, madame …
am stamme meines traumbaums lehnte ich
und sehnte mich in den sommerschatten
die wünsche fielen von den kahlen zweigen
ab, gleich schnee, dem winterlaub
ich frage: ist es wirklich gut?
fragst du: riskieren wir’s?
am stamme meines traumbaumes lehne ich
und lerne … schweigen
weisst du, ich habe mich sehr verändert. pause. glaube ich
dass ich derartiges von mir gebe, ist eigentlich nicht erwäh-
nenswert; dass ich spreche, trotzdem keine weitere person
in der nähe ist, schon
aber nun schau doch mal: ich habe mich wirklich verändert:
alt und wunderlich bin ich geworden
foto: boltenhagen, 11. november 2006
pernille & peryton © 2006
damit sie dort nicht ungelesen verborgen bleiben, verweise
ich die werte leserInnenschaft auf herzhafte polemik zu den
themen ‚bullenstaat‘ und ‚autoritäre traditionsfetischisten / wandergesellen‘
damit die zusammenhänge leichter verständlich sind, habe
ich ganz eigenmächtig in diese fremd-beiträge links gesetzt
zu vorher erschienenen artikeln der selben autorInnen
irgendwann wird’s sicher ganz ansehnlich sein, sage ich, schie-
be testweise einen zeigefinger unter die herabhängenden finger
der hand, die sich sofort schliesst, feucht-kühle klammer, leise
ahnung zupackender kraft unter einer zu weit scheinenden hülle
schrumpeliger haut
irgendwann wird’s ein richtiger mensch, ganz sicher, sage ich
wieder, immerhin hat sie schon eine wunderhübsche nase
und ihr vater lacht, wiegt sie vorsichtig auf seinen armen, ein
wenig unbeholfen, ein meer an zärtlichkeit im blick und … stolz
ich melde mich wieder bei dir, sagte sie. und das war’s. ich
melde mich nicht mehr bei dir, hätte es wohl heissen sollen
und das wäre ehrlicher gewesen. wartenlassen ist … unfair
aber um fairness geht es in solchen situationen eher selten
(das war’s also, oder? umblättern, zuklappen, weglegen. hm?)
dieses foto musste noch nachgereicht werden: vielleicht macht’s
ja lust auf die nächste runde: geobotanische exkursion in den
treptower park (berlin), am 04. februar 2007, ab 10:00 uhr ct
weitere informationen / anmeldung: hier
foto: exkursion ins ’nsg gleistalhänge‘
01. dezember 2006
das lachen ist es, an das ich mich erinnert fühle. vielleicht
daher das träumen. vielleicht. ich sagte schon, dass ich in
mancher antwort unkonkret bleibe, inzwischen. die hecken
sind hochgewachsen, der brunnen speit staub: ich bin ein
gärtner, der verdorrte rosenstöcke hegt, winter zu winter
„Nun weiß ich nicht, wie Du zu Neujahrswünschen stehst.
Ich bin ja nun nicht so esoterisch veranlagt, denke aber,
dass es besser ist, Dir so alles Gute zu wünschen, als es
an Burzeltagen zu tun, an denen man sich sowieso saualt
fühlt. (…) Ich bin in Wien. Und es ist nicht ganz so toll, wie
ich erwartet hatte.“
geburtstage ignoriere ich aus gründen, die zu wiederholen
ich vermeiden muss, um nicht mit einem einleitenden satz
schon langweilig zu sein – das kommt dann später, mit den
jahren der vergesslichkeit gewiss. und neujahrsgrüsse sind
… von deiner wiener warte aus mit einer ordentlichen por-
tion nachsicht zu verstehen, nachzusehen und kommen-
tarlos – nahezu – entschuldigt, dir, dem heimwehschwang-
ren reisenden
doch denkst du eigentlich an jene, die im schäuble-siechen
deutschland bleiben mussten??? das nenn ich herzlos; min-
destens aber unsensibel
dass du in deiner traurig-engen seelen-öde allerdings an
mich denkst, macht fast alles wieder wett. unter dem wert-
losen siegel der verschwiegenheit verrate ich dir deshalb
ein geheimnis, das gar keines ist: wien ist nach kurzer zeit
der trunkenheit genauso scheisse wie jede traditionsbe-
hängte stadt, die, narzistisch, sich in ich-sucht allzu häufig
selbst den walzer gibt
vertrautheit vermisst du dort? ich hier auch – doch nein: vor
wenigen tagen winkte eine polizistenkelle mein auto an den
strassenrand. ein arschlochgrinsen beugte sich zum fenster-
spalt hinab – glaube mir: ich fühlte mich direkt … zuhause
mit strammen wintergrüssen aus dem land, das den vertei-
digungsfall „leben gegen leben“ nicht gar so ungeil findet –
sonst würde ein gerechter mob die rollende kanonenfresse
… kippen
ist es nicht ehrlicher, ein projekt gescheitert zu nennen, das
sich fruchtlos über die monate schleppte? so viel ideenvolle
zeit ist kaputt gegangen … irgendwann gibt es für’s verzö-
gern keine erklärungen mehr, nur noch ausreden. sag doch:
ich kriege das nicht hin. dann lassen wir los, tun so, als ob
nichts verloren wäre, gehen getrennter wege weiter. immer-
hin sind es meine nerven, auf denen deine selbstdarstellung
zu balancieren suchte
genug. ich habe kein verständnis mehr, keine lust mehr auf
hingehaltenwerden, keine kraft mehr zu grossherzigem ver-
zeihen und – ja: ich fühle mich getäuscht
„oha und wenn’s heut nacht kommt wird’s ’n werwino“
sagt h., nein, schreibt er. dann: nein, aber man müs-
se sich doch mal wieder sehen. weil ich gefragt hatte
ob er noch fit sei, so spät abends, weil er erst sehr
spät zurück kommt von der „zertifizierten ausbildung“
zu der ihn die arge (agentur für arbeit) überredet hat
irgendwie, gegen alle vernunft und wirklichkeit, ein-
hundert kilometer entfernt. macht insgesamt zwölf-
einhalb stunden
sofern der zug nicht verspätung hat, sagt er
der motor lief noch. das auto stand mit den vorderreifen
auf dem trottoir, quer zur fahrtrichtung. die strasse war
leer, ich stiess rückwärts, setzte die fahrt fort. die knie
fingen an zu zittern, einen augenblick lang. durchatmen
ich habe heute einen autounfall überstanden, den ich
kaum wahrgenommen hab, so schnell ging das – und
unbegreiflicherweise ohne schaden. aber ich bin des-
halb noch ganz in gedanken. und der sturm hat heute
nacht ausser meinen schlaf auch noch das koppeltor
weggerissen
die fragen sind nicht alt geworden, auch wenn die
kinderstiefel dir zu klein geworden, auch wenn mir
haare auf der brust gewachsen sind, die dort nicht
hingehören, die ausgerissen werden, weil nicht zu
ertragen ist, für mich, so alt zu werden. die fragen
blieben. die sehnende suche, meine liebe, auch
(falls du hier liest, ein gruss)
als jahresausklang ein liebeslied. fünfter teil des konzert-
mitschnitts
„wind von süd (evian)“, live am 08. oktober 2006
(mp3; 5,6mb) (ogg; 4,4mb)
–> live-mitschnitt I
–> live-mitschnitt II
–> live-mitschnitt III
–> live-mitschnitt IV
’she’s up the poke, she’s under pressure‘ – mag mein lotter-
mäuliger kommentar zum jahreswechsel auch überschrie-
ben sein, oder ins musikalische übertragen, ein bild, das dem
tresennachbarn leichter zu verstehen fällt: wenn’s deutsche
aschenputtel zu spät niederkömmt, geht ihm die kohle flöten
so liegt im deutschen wochenbette die trächtige maid rück-
lings zwischen den tagen, die arme arme, aufgewölbte, sie
atmet schwer, sie atmet flach in kapitaler hoffnung, die licht-
bringende woge möge sie mitreissen vor dem knallen der
korken – bitteschön, geburt und alles, was da segensreiches
folgen möge, bitte, vorher schon …
entsprechend dieser schwarz-rot-gelben mama-krise er-
warten wir ein engagiertes wort vom präsidenten, dessen
rede manchen zorn und manche überraschung brachte, im
vergangenen. er – im gegensatz zu mir – kann es im schlich-
ten halten, im deutschen radebrechen, der schiefen kultu-
rellen lage angemessen: ‚wer hat, der kriegt‘, so wird er
sagen, ‚und noch mehr schmuddelkinder woll’n wir nicht!‘
=> zum thema ‚elterngeld‘ < =
’she’s up the poke, she’s under pressure‘ – mag mein lotter-
mäuliger kommentar zum jahreswechsel auch überschrieben
sein, oder ins musikalische übertragen, ein bild, das dem tre-
sennachbarn leichter zu verstehen fällt: wenn’s deutsche mä-
del zu früh niederkömmt, geht ihm die kohle flöten
so liegt im deutschen wochenbette die trächtige maid rück-
lings zwischen den tagen, die wohl versorgte arme, aufge-
wölbte, sie atmet schwer, sie atmet flach in kapitaler hoff-
nung, dass ihr die lichtbringende woge verschont bleiben
möge bis über’s knallen der korken hinaus – erst dann, bitte-
schön, geburt und alles, was da segensreiches folgen mö-
ge, erst dann …
entsprechend dieser schwarz-rot-gelben mama-krise er-
warten wir ein engagiertes wort vom präsidenten, dessen
rede manchen zorn und manche überraschung brachte, im
vergangenen. er – im gegensatz zu mir – kann es im schlich-
ten halten, im deutschen radebrechen, der schiefen kultu-
rellen lage angemessen: ‚durchhalten‘, wird er sagen, ‚durch-
halten, mädels!‘ dem schliesse ich mich ohne zögern an, weil
ich ein herz hab für’s soziale miteinander und für hehre ziele
denn wenn’s gelungen ist, der höhepunkt verzögert, der
damm erst nach dem glockenton zerbricht, dann greift beim
sektkauf für den stapellauf der mann in augenhöhe
=> zum thema ‚elterngeld‘ < =
einmal im jahr, im herbst, mischt sich der innenminister
unter sein volk, den alten traditionen treu. um unerkannt
zu bleiben inszeniert er die grosse nachtaktion mit zehn-
tausend stolzen recken. dem scharfen auge des peryton
entkam er dennoch nicht
foto: impressionen vom castortransport
laase, 13. november 2006
ihr verspeist hoffentlich keine toten tiere, nur weil das
(un-)heimlichen weihnachtstraditionen entspricht? lasst
euch nix einreden: ihr seid selbst verantwortlich. herz-
los, würde ich sagen, wenn
und ich? ich bin unterwegs. das ist besser so
den vierten teil der konzert-mitschnitte vom 08. oktober 2006
– erneut einen kurzen text – bekommt ihr dennoch
„später schweigt“, live am 08. oktober 2006
(mp3; 1,3mb) (ogg; 835kb)
–> live-mitschnitt I
–> live-mitschnitt II
–> live-mitschnitt III