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[ wenn ein tag beginnt wie jeder ]

Montag, Februar 20th, 2006

wenn ein tag beginnt wie jeder tag zuvor mit einer
schalen dunkelheit, doch die vögel da draussen flöten
feierlich, als ob’s ein ganz besond’rer wär
dass du angst hast, mit mir zu reden, sagst du
und ich schweige vor mich hin, weil ich erschrocken bin

wenn mir die worte um die ecken fliehn
bevor ich einen letzten satz sagen kann
wenn du hinausgegangen bist und ich lernen muss
das war ein abschied, soll das heissen, du kommst
nicht mehr zurück

ich weiss nicht, ich weiss nicht
ich weiss nicht, wie es uns da geht

wenn ich mit dir rede, ganz normal wie immer eigent-
lich, wir lachen, wir sind irgendwo und irgendwann und
irgendwie passen wir nicht hin
das ist nicht ungewöhnlich, denn ich passe nie und nirgendwo
alles ist so gewohnt und dann wach ich einfach auf

ich weiss nicht … wie es weitergeht

wenn sie morgens dich in deinem auto wecken, ‹papiere
her oder es knallt!› und schon kracht alles ein, tausend
glitzerscherben, sie schlagen deine scheiben ein
sie bedroh’n dich mit waffen, sie bespei’n dich mit worten
sie ketten dich an, weil du fragst ‹warum?›

doch dass du keine ehrfurcht zeigst, das macht sie krumm

und ich weiss nicht, ich weiss nicht
ich weiss nicht, wie lang es so noch geht

wenn mir die worte um die ecken fliehn
obwohl ich nur diese eine frage fragen muss
wenn du hinausgegangen bist ohne reinzugehn
ohne gruss, ohne rückweg, ohne eine last

du, dann weiss ich nicht, du, dann ich weiss nicht
dann weiss ich nicht mehr, wie es dir geht