der regenbogen trägt keine farben in der nacht – ich
fand an einem seiner wunderenden einen platz zum
schlafen: seitensträsschen ab, neben glascontainern
hingestürztem müll. nach pisse roch es, altöl, nasser
strasse: bienvenue. la france du sud lacht mir mit
morschen zähnen
[ bienvenue ]
August 22nd, 2005[ abreise. endlich ]
August 20th, 2005
der peryton-weblog ist fast komplett umgezogen. das alte
gästebuch und die alten kommentare folgen später, nach
meinem ‚urlaub‘, der nun endlich beginnen kann. die links
und das layout … ihr habt noch ein wenig geduld? danke
und jetzt: ab nach marseille
„wir treffen uns am alten hafen“
ja. bald
aber natürlich werde ich mich von unterwegs
melden … mein lästermaul lässt sich nicht
lang im zaum halten
[ nu weisste alles ]
August 17th, 2005
– peryton on the road –
„moin georg! wo bist du zur zeit? hab ne ganz
superaffentittengeile cd gehört, ich glaub von
‚peryton‘ oder so. ob es von denen schon poster
in der neuen ‚bravo‘ gibt?“
(von l. 16.08.05 – 22:39)
„peryton-poster? klar: erscheinen als hoch-
glanzdingsvorlage im verlag mit den zwei
langen ohren, weisste? – sass bis eben am
rechner, weil mein weblog umziehen muss
und ich von meiner phantomhaften webma-
sterin zu fronarbeit verdonnert wurde. werde
gleich in steinwurfweite zum bodensee schla-
fen, morgen ein verjüngungsbad nehmen. brau-
chen. nu weisste alles bis auf … später …“
(an l. 17.08.05 – 04:40)
foto: friedrichshafen, 03. august 2005
copyrights: t. sommer ©
[ nase ]
August 16th, 2005duuummm – tschick
d’dumm dumm – tschick
d’duuummm – tschick
duuummm
dicht unter der decke sichelt ein propeller
vergebens die luft. meine gegenüber haben
grosse kindernasen, aber sie rauchen wie
alte profis. reden laut mit kinderstimmen
reden eifrig. die grösste nase erinnert mich
an deine. damals
… duuummm – tschick …
wir reden miteinander
aneinander vorbei
wir sehen einander
aneinander vorbei
– comment ça va? –
– ça va bien! –
wir fragen einander
und fragen aneinander vorbei
… d’duuummm – tschick …
mein gegenüber hat deine nase. hält
ihr glas mit halb abgespreiztem
kleinen finger. eigentlich ist sie
sonst hübsch; aber sie trinkt
milchkaffee. ‚caffè macchiato‘
darüber kreist unerbittlich der propeller
ansonsten ist sie eigentlich hübsch
… d’dumm dumm – tschick …
draussen gehen zwei vorbei. gesichter
voller harm. falls sie welche hatten: arme
kinder. die frau an seiner seite trägt
glänzend schwarzen pelz. ich sehe nerze
in käfigen, bevor sie abgeholt werden
zum vergasen, schlampen ohne herz zu
wärmen, begleiterinnen gleichermassen
freudloser bestatter
mir wird schlecht
… d’duuummm
ich muss hier raus. sofort
[ il cappuccino ]
August 14th, 2005
dreimal entscheide ich aufzustehen, dreimal
drückt mich das geräusch des regens zurück
in meine decken
ein besuch im café soll mir die sonne bringen
augen öffnen, schärfen für die blassen farben
die faltenlinien, kinnkontouren, das aufblitzen
feuchter mundwinkel vor einem stummen
lächeln
ein eckenplatz, weich bepolstert bis auf
schulterhöhe, davor ein steinquadrat als
singletischchen: passt
passt nicht
kühler kaffee schwebt grusslos heran, cremesüss
riecht er, nach verlassenen lippen, schmeckt an-
fangs nach sägemehl, später nach metall, das
anwesende publikum rechtfertigt nicht den lärm
einer bahnhofshalle
die hornbrille der kellnerin, mir erinnerlich aus
vorjahren, blickt unzufrieden auf ihr klientel, un-
dankbare billigtouristen; aber was kann sie er-
warten: hier ist nicht die beste adresse. wer hier
geblieben ist … wer hierher kommt …
ciao. ich werde gehen, ohne meinen schierlings-
becher geleert zu haben, verärgert darüber, mich
echauffiert zu haben; immerhin, die augen weit
geöffnet
das zwielicht dieses schwäbischen sonntags
lässt fäden erkennen, herabreichend vom
theaterhimmel
heute sind sie dabei, heute ist es ihre show
heute sind sie erste wahl, erste reihe, ganz
vorne, mittendrin, publikum und bühne sind
sie, wir schreiben, sie spielen, sie sind, seien
sie sie selbst, spielen sie sich, wir sind dabei
wir wählen aus, wir wählen sie, sie machen
mit, wir zeigen sie
wir zeigen heute: ‚il cappuccino‘
vorhang
alles unverändert
[ die stasi zeigt den deutschen gruss ]
August 13th, 2005– oder – [ zu rechter zeit am rechten ort ]
die geschichte ist bekannt: trottelfahndung südwest und am ende schmiergeld. sie suchte mich ein jahr lang vergebens und daher besuchte ich sie, die stasi – sozusagen ihr entgegenkommend – anfang juli 2005 in ihrem hauptquartier am rande der altstadt einer baden-württembergischen touristenmetropole
es war interessant zu beobachten, wie sie sich benehmen, wenn sie unter sich sind und sich sicher fühlen, ganz zuhause. den normalmenschen ‚draussen‘, die in der regel wenig konkrete (vor allem: wenig realistische) vorstellungen vom ‚drinnen‘, vom apparat selbst haben, seien die folgenden fotos zur belehrung und erbauung kommentierend vorgestellt
eine grössere zahl bewegungsarmer, hohlraumkonservierter präparate wurde im heidelberger polizeizoo dargeboten, deren erhaltungszustand aber, wie kritisch angemerkt werden muss, durchweg mitleiderregend war. einzig beruhigend dabei, dass eine dergestalt eingeschränkte einsatzfähigkeit die inneren reibungskräfte des apparats erhöhen muss und daher mit einer zumindest verzögerten umsetzung der kühnsten totalüberwachungsträume von bundesterroristInnenminister schily und konsorten gerechnet werden kann
das erste foto zeigt einen älteren polizistenroboter in energiesparendem ruhezustand, dem ich höchstselbst mittels handauflegens (siehe bild) einen spionagevirus applizierte, wodurch er mittelfristig zum ‚polizeischläfer‘ mutieren wird
– 1. peryton meets a nearly dead man –
einige der ‚dein-freund-und-helfer: guuut‘-animateure wurden (möglicherweise um auf die vorgeblich angespannte personallage aufmerksam zu machen) sogar ohne uniforme dienstkleidung an der gute-miene-front eingesetzt. einer von ihnen wird auf den beiden folgenden fotos eine zentrale rolle spielen
foto 2 dokumentiert den quantensprung, den die moderne technik dem polizeilichen alltag beschert hat: der einsatz technischer neuerungen wie des polizeiautomaten t2-h2-c2. das historische bedienungspersonal scheint noch in der übungsphase zur aktivierung des grossgeräts, ist damit allerdings schon in der lage, beim anwesenden jüngeren bevölkerungsanteil mächtig eindruck zu erwecken
– 2. old schutzman meets future-metal-man –
um die älteren besucherInnen zu beeindrucken, nahm der bereits vorgeführte hilfspolizist rückgriff auf jene gewohnheit, die ihm vermutlich bereits in der vergangenheit erfolgreich zu respekt und ansehen und hackenzusammenschlagen verhalfen: den deutschen gruss, weit(er)hin bekannt als ‚die deutsche morgenlatte‘
wie sehr diese willkommensgeste begeisternd wirkte, ist dem gesicht des am rechten bildrand stehenden besuchers älteren semesters zu entnehmen. die jüngste auf dem bild schaut verständlicherweise verständnislos
um das schwer abschätzbare mediale und politische ausmass einer derartigen offenbarung zu mindern, ist der zuständigen polizeiführung angeraten, sich davon zu distanzieren, indem sie den dargestellten als ‚ein-euro-jobber‘ entlarvt – wer von uns sozial beseelten menschen könnte diesen bedauernswerten kreaturen irgendwas übelnehmen, zumal das gezeigte verhalten in heidelberg historisch gesehen geradezu auf der hand liegen muss?
– 3. stasiman shows the ‚deutschen gruss‘ –
aber. aaaaber, unwerte herren und damen von der polizeiführung, werte herren und damen mitlesende und ein fröhliches ‚hallo!‘ der interessierten normalbevölkerung – sie soll nicht ausgeschlossen sein, da mehr als wert und wichtig – aber: das letzte bild macht ein polizeiliches dementi schwer, denn es zeigt den alltag. hinaufgereckt in den kruppstahlblauen himmel die hand der sängerin des polizeikorporalen sondereinsatzkommandos, jene sieg verheissende geste wiedererwachenden stolzes, grossen mutes, neuer alter zeiten, während sie vernachlässigbare geräusche ins mikrophon mümmelt …
foto 4, also: erwischt. in einen satz gefügt, was wir schon wussten und was wir bislang nur behaupten konnten:
staat und kultur passen einfach nicht
zusammen, stasi und gestapo aber umso besser
– 4. sondereinsatzkommando ‚kulturterror‘ –
noch fragen, herr staatsanwalt?
fotos: ‚tag der offenen tür‘ im polizeihauptquartier
heidelberg, 03. juli 2005
[ l’aigle noir ]
August 12th, 2005[ eisern ]
August 11th, 2005
‚dein grab pfleg ich mal gern, wenn du tot bist, hab
ich ihm zu lebzeiten gesagt. jetzt ist es soweit und
ich komm jeden tag hierher‘
sagt sie
‚er war ein tyrann. gewalttätig war er. am ende hat
er sich totgesoffen. eine frau kann ihren mann ja
nicht umbringen, die kommt gleich für fünfzehn jahre
ins gefängnis. bei einem mann gibts entschuldigung-
en dafür, war es ein versehen oder eine auseinander-
setzung mit todesfolge. aber ich hab doch ein kind
zu versorgen gehabt‘
sie verzupft gräser zwischen den stauden, schaut
entschuldigend, doch endlich sicher ihrer selbst zu
der schlanken stele auf, gegen die sonne, über-
zogen mit einer patina roten rostes
‚hier werd ich nicht bleiben. wenn mein kind gross
ist, gehe ich nach afrika‘, sagt sie und verabschiedet
sich, mir glück wünschend, von herzen
[ im focus: javier segura varela ]
August 10th, 2005
– javier segura varela (1) –
wenn eine stadt wie friedrichshafen, stolz auf un-
förmige luftschiffe – ‚zeppelin‘ genannt – kriegs-
wichtige industrien und ein touristenattraktives
hinterland, vergesslich, was ihre nazivergangenheit
betrifft, eine veranstaltung unter dem titel ‚kultur-
ufer‘ präsentiert, lohnt der besuch der dargebotene
‚kultur‘ gewiss nicht, ausser, die erwartungen be-
finden sich bereits auf niedrigstem level. und wer
diese stadt und ihre geschichte bereits kennt …
dagegen wird das wandeln entlang des ufers, das
der reste ansehnlicher architektur weitgehend be-
reinigt ist, mit wundervollen nächtlichen ausblicken
auf das gegenüberliegende schweizer ufer belohnt
das in der nacht zum zweiten august von zahlrei-
chen feuerwerken farbig illuminiert wird
lohnend könnte ein besuch friedrichshafens zur
zeit des ‚kulturufers‘ auch dann werden, sofern
es gelingt, einige der wenigen tatsächlichen kul-
turträgerInnen und förderInnen kultivierten ge-
sellschaftslebens zu treffen, die durch das fal-
sche versprechen alljährlich herbei gelockt wer-
den. diese wenigen lassen den kontakt zur nor-
malbevölkerung ertragen, der offenheit, freund-
lichkeit, respektvollen umgang, toleranz gegen-
über unbekanntem, einfühlungsvermögen, musi-
sches empfinden, progressive aufgeschlossen-
heit, guten geschmack, eine kultur des geistes
und der herzen und des vielen mehr, das eine
hochzivilisierte gesellschaft im positiven schmückt
gänzlich unbekannt zu sein scheint
– javier segura varela (2) –
heute riefen mir jugendliche hakenkreuzfressen
„linke zecke“, „heil sieg“ und „adolf hätte sowas
wie dich vergast“ hinterher. ihr irrt, wenn ihr
vermutet, dass die zahlreich anwesende nor-
malbevölkerung stellung bezogen hätte
fotos: javier segura varela
friedrichshafen, 08. august 2005
[ in deinen armen, erinnerung ]
August 8th, 2005
das gegenüber liegende ufer trägt perlenketten
die funkeln im licht der nacht. ein rotes auge
leuchtet von irgendwo bis zu mir
über diese fläche läßt sich wandeln. hier ist kein
versinken; hier ist ein träumen über die jahre
hier mag ich hinüber schreiten in die frühen
morgende, in die frühen abende, als das wissen
noch nicht weiter reichte, denn der eigne blick
in deinen armen mag ich sinken, erinnerung
weich spielt das wasser über den steinen
weich, lockend und
klar
hier zeigt der see seine steinerne seele
seinen speichel, seine tränen, sein hellklares blut
das rote auge leuchtet bis zu mir …
sein glanz liegt auf dem glatten see
ein spaßhaftes züngeln und ertasten
die perlenketten funkeln, ab und an zeigt sich der
weg eines unsichtbaren, der über die fernen hügel
zieht und mit seiner lichtbahn serpentinen zeichnet
nie ahnt er, daß er mir begegnet
und kennen werden wir uns
nie
in deine arme mag ich gleiten, erinnerung
niedersinken, jetzt
jetzt
dieses land ist wunderschön
seine bilder sind nicht zu
ertragen
in deinen armen will ich sterben, erinnerung
will ich endlich
sterben
[ ’santé‘, morgenbüttel! ]
August 7th, 2005
öffne nicht die augen, wenn morgens diese leute
an deine scheibe klopfen; sie wollen nie besseres
als deine ruhe stören. ich sage dir: es ist ein fehler
aber ich bin das gewohnt, als dreiundvierzig jahre
lang unter adlers fittichen trainierter. sie kommen
immer wieder und wollen immer irgendetwas ihnen
wichtiges. heute: schmiergeld
nehmt es hin, irgendwie habt ihr es auch verdient
als vielbespottete boten der macht, als beisser, als
zwinger, als schläger, träger uniformierter selbst-
herrlichkeit, nicht wahr? „büttel“ (zitat) eben oder
auch „nichts denkende befehlsempfänger“
(zitat)
nach telefonischer anweisung handelnd, da sonst
unbewegt und blöd, krakelten sie eine quittung
auf der motorhaube meines reisemobils. das war
immerhin besser, als den anblick eines am rande
seines vermögens bemühten erleben zu müssen
in einem ihrer nach angst und pisse stinkenden
quartiere, der mit steifem finger eine mittelalter-
liche tastatur zu bedienen sucht – ganz wie einer
dieser peinlichen „büttel“ (zitat) eben, wie be-
kannt, wie gewohnt, wie immer
mein unbotmässiger verbaler verstoss gegen das
staatswillige duckmäusertum ist somit formal ab-
gestraft, der staatsanwalt kann sich beruhigt im
schlafe wenden, träumend, als einer der letzten
helden die gefährliche revolution im allerletzten
augenblick entdeckt und zerschlagen zu haben
und seine siegreichen gladiatoren werden sich
schwarz gebrannten schnaps in ihren dienstkaffee
schütten, auf ihren grossen mut anstossen, stolz
sein darauf, einen derart grossen fisch geangelt
zu haben, am morgen, am rande des flughafens
einer süddeutschen provinzstadt
ja
mein ’santé!‘ darauf, dass diese gesellschaft einst
den mut und die kraft finden möge, auf derartige
funktionsträgerInnen zu verzichten
scan: hochoffizielle schmier-geld-quittung morgen-
aktiver geldbüttel, in keilschrift niedergelegt auf
polizeilichen fresszettel, am 07. august 2005
in friedrichshafen am bodensee
[ nächtliche feuer ]
August 6th, 2005
wolkenverschleiert irrlichtern
nächtliche feuer entlang
des ufers gegenüber
diesseits ist zerbrochen oder
biegt sich noch unter der last der
jahre: auch wir
sprechen nicht mehr miteinander
gefallener bruder, jenseits
deiner ufer
zwischen uns wölben sich wogen
auf, narben zwischen den steinen
mühsam gesetzter pfade
keine zeit für
monologe
: ciao
endlich aber tanz der uferfeuer
dort drüben, in nachbarschaft
zu meinem
erinnern
[ i put my jeans on ]
Juli 29th, 2005
ich fand früher total beknackt, wenn sich irgend-
wer in patschnasse hosen gezwängt hat, damit
sie, also trocknend, die rechte form annähmen:
hauteng. doch von heute an ist alles anders
weil: meine lieblingsjeans sind geschrumpft. ich
schwöre: die sind am hintern eingegangen. ein-
fach so. diese … verräter. körperformverweigerer
also hab ich – ja, tatsächlich. voll beknackt. und
stakste mit abgeklemmten … dingsen … durch
die stadt, bis an den schmerzenden rand der
atemnot. wenn ich gleich durch den gewitterre-
gen zurücklaufe wird vielleicht mein hintern ein-
gehen, auf dass derartige probleme mich lang-
fristig nicht mehr belästigen mögen. vielleicht
[ post an peryton ]
Juli 29th, 2005
ja vielen dank, sind gerade angekommen.
supi.
herzlichen glückwunsch.
endlich.
geil.
toll.
unglaublich.
muss gleich mal reinhören.
weiter so.
danke.
schönen urlaub
:-)
danke schön. hast ja auch lang drauf warten müssen …
[ post von peryton ]
Juli 28th, 2005ja und nein
mein urlaub hat begonnen
mein urlaub hat nicht begonnen
heute: ein pery-packer-tag
cds eintüten, einpacken, adressen suchen, etiketten beschriften, klappen, kleben, kleistern. und dann schleppen. wer eine (vor-) bestellt hatte, kann freudig damit rechnen, dass sie bald ankommt: pery-post
aber bitte: keine enttäuschungen, weil ich nichts dazu geschrieben habe, bei niemandem; es blieb keine zeit dafür
morgen packe ich wieder – allerdings nur dinge, die ich auf meiner reise brauche
und wisst ihr was?
heut abend werden wir intensiv
auf unser wohl anstossen
aber jaaaaa doch: auf eures auch
und auf deins und deins und deins
… und deins, natürlich
[ blicke zurück ]
Juli 26th, 2005lass zurück, was nicht geschafft, gelungen
pack ein, was zum leben wichtig ist, an dingen
kaum mehr zufriedenheit, doch trost im abschied
… augenblicklich: urlaub
türenschlagen
treppentrappeln
autobahn
die flügel weit gespannt
der blick nach vorn zerblinzelt
dort liegt mein ziel
sonne, ich komme
dornen im auge
(1)
du hattest unrecht, weiss ich jetzt, am tag danach;
aber darüber streiten wir (?), wenn ich zurückge-
kommen bin
(2)
manchmal reicht mir eine email, um alles unwichtig
werden zu lassen, alles in frage zu stellen. was könnte
ich erwidern? mit deinem mund vielleicht: ich fühle ich
mich dem noch viel weniger als sonst gewachsen, viel
zu offen, schutzlos
[ schnell noch ]
Juli 18th, 2005
schnell noch das nötige, ohne das letzte zu schaffen
das hatte ich befürchtet. gewusst
drei telefonate unterwegs hierher. autobüro
eines einparkend, eines holte mich vom klo
zu müde zum sprechen. ’nächste woche, ja?‘
eben noch schnell eine email verschickt
zwei gitarren in eine ecke gestellt. abgestellt
ein ‚mach die post auf, morgen‘ zwischen den türen
bedauernd die zu kurze zeit, gemeinsam
eine ‚bin unterwegs‘-nachricht. sofort die antwort
schnell noch ein blick in den kalender
schnell noch eine flasche mit wasser gefüllt
schnell noch den kopf in die hände gestützt
durchatmen. moment der stille. nein, nicht
ein klopfen im kopf. das pfeifen laut
und los
[ ich sollte ]
Juli 13th, 2005
ich sollte dir noch einmal schreiben
die worte quälen sich
ich sollte dir noch einmal schreiben
dass es quält, das schweigen
als ich gestern über das meer schaute
wogten die gräser dicht vor meinen augen
da hätten wir reden können, aber
wo warst du
grenzenlos der horizont und das schöne
das wirklich bedeutsame berührt dich beinah
du wirst es morgen erst wissen. nachfühlen
weggewischt, fortgezwinkert, niedergedrückt
überall kannst du
suchen. überall wirst
du dich finden
[ under construction ]
Juli 12th, 2005[ currywurst ]
Juli 11th, 2005
„ich weiss noch auswendig, dass du aus deinem
letzten urlaub schriebst von dem dorf mit dem
café an der ecke, irgendwo in frankreich, von
den erinnerungen deiner liebe, deine beschrei-
bung über den geruch des nassen mooses, den
kleinen bach und den hügel, den du empor-
stiegst, vom ausflug nackten fusses. doch weiss
ich auch, dass du eine weile nicht schreiben
konntest und dass ich nicht lesen konnte (…)
dennoch freue ich mich für dich, dass du dich
mal ausruhen kannst“
oh – du scheinst ein aufmerksamer, ein
mitfühlend lesender dieses tagebuchs zu
sein. ich danke dir dafür
bitte sorg dich nicht vorausblickend. ich werde
mich natürlich mühen, unterwegs internetcafés
aufzuspüren, um euch auf dem laufenden zu
halten
aber soweit ist es noch nicht. im august. so-
fern die katastrophen ausbleiben
foto: currywurst. kiel, 20. juni 2005

























