[ peryton versus ardouin ]

Juli 15th, 2009

pablo ardouin
 

ein überraschungsbesuch; beinahe. genauer ge-
sagt ging die frage voraus: kannst du uns ein
plätzchen für ein paar tage urlaub vermitteln?
 

natürlich haben wir den abendwein gewürzt mit
alten geschichten und den alten träumen, wann
wir warum und wo … und ob wir endlich mal zu-
sammen spielen, wir wollten doch schon so oft

aber – um ein altes klischee zu bedienen und
zu bestätigen – musiker träumen gern und sie
versprechen viel, ist der wein nur reichlich, der
abend lang genug. dann wird jeder – zur not
auch man sich selbst allein – zum langjährigen
kumpel, zum treusten kumpan, zum geliebten
publikum, vor dem keine lüge ungelogen bleibt
 

foto: pablo ardouin
peryton-archiv
frankfurt, 14. märz 2005


[ schmetterling ]

Juli 14th, 2009

doch, das schaffst du; geht ganz schnell: zahn-
bürste einpacken, rasierzeug dazu und los …

du arsch, sagt sie. und lacht
 

sie ist nicht gefahren. ein gedanke, ein kühler
hauch, ein schmetterling, vielleicht … sie blieb


[ peryton versus vallentin ]

Juli 12th, 2009

– thomas vallentin –
 

foto: berlin, 07. juli 2009
copyrights: peryton & vallentin © 2009


[ gesucht? gefunden ]

Juli 11th, 2009

das gesuchte lag näher als erwar-
tet und – so ist das oft – gesucht:
am herzen. jedenfalls beinahe
 

das ist purer kitsch, wie?
ja. schööön


[ vallentin versus peryton ]

Juli 10th, 2009

– peryton –
 

foto: berlin, 07. juli 2009
aufnahme: thomas vallentin
copyrights: peryton & vallentin © 2009


[ die zeiten, die dinge und … ]

Juli 9th, 2009

zwischen den zeiten, den dingen
die sorge, doch wieder zu verlieren

zwischen den zeiten, den dingen
ist sorge, ist zweifel und hoffnung
das schwache licht des morgens

zwischen den zeiten, den dingen
und dem atmenholen: dennoch


[ heute: thomas vallentin, berlin ]

Juli 7th, 2009

auf einladung des liedermachers thomas vallen-
tin
bin ich heute auf fotosession in der grossen
stadt, die über den hinterhöfen lärmt und auf
gewitter wartet. sobald das licht besser ist, al-
so weg, also in der nacht, werden wir auf dem
balkon bei kerzenschein mit der arbeit fortfah-
ren: thomas mit gitarre und mit ohne, ernst, la-
chend und rauchend auch. und dann? den rest
der nacht beschliessen wir wie immer mit wein


[ später geburtstagsgruss ]

Juni 29th, 2009


 

beim stöbern im archiv sehe ich, dass er öf-
ter den weg in meine bloggeschichten gefun-
den hat: als „eastern star“, auf fotos im hin-
tergrund
, im mittelpunkt. auch schlicht als „g.“

er hatte geburtstag, rief an, vor ein paar ta-
gen (wollte er mich erinnern?). „rentenantrag
abgegeben, rollstuhl beantragt, das ganze
programm.“
und dabei klang er nicht so alt
wie er sich fürchtet. dreissig, sagte ich, was
ist das schon? natürlich gab ich, was an sol-
cher stelle gewünscht scheint: eine floskel
 

wenn wir uns sehen, g. – das wird bald sein –
werde ich dich für meine unangemessene
gedankenlosigkeit um verzeihung bitten
 

foto: sven „grässi“ grasmann (2.v.r.) und
„die kleinstadtträumer“ anlässlich der
ausstellungseröffnung von mandy gagel &
susi mehl in den räumen der kieler künstler-
gemeinschaft „k34“, am 13. juni 2005
fotographIn: nicht bekannt


[ finito: michael jackson ]

Juni 26th, 2009

dass seine nase schon länger versucht hat zu
sterben ist das einzige, was mir spontan zu
seinem ableben einfällt. ich stehe nicht auf
seine musik. auch wenn sie gut gemacht war

du solltest aus gegebenem anlass den moon-
walk bird
im blog verlinken, sagt sie, das fänd
ich schön – obwohl der ziemlich hässlich ist

was hiermit getan ist. damit ist das thema mi-
chael jackson auch erschöpfend bearbeitet


[ münchen, seebühne westpark II ]

Juni 23rd, 2009


 

foto: on stage
seebühne westpark, münchen, 14. juni 2009
aufnahme: stephan rescher / nachrichten-münchen.de
copyrights: peryton & rescher © 2009


[ schon wach, fragt er. immer ]

Juni 22nd, 2009

der karl-heinz neudel hat mich heute morgen
angerufen, um mit mir über die allgemein ver-
breitete unzuverlässigkeit der künstlerischen
kollegen zu schimpfen. damit waren wir dann
länger beschäftigt. schliesslich verabredeten
wir uns für anfang august, damit ich mir sein
neustes werk anschauen möge: stolz° ist er

soll ich meine musima mhx 24 verkaufen, fra-
ge ich ihn – schliesslich hat er sie gebaut, da-
mals, als es die ‚musima‚ noch gegeben hat –
dann hätte ich einen ersten anteil des nötigen
geldes, um das zweite album herausbringen
zu können, endlich, mit über zwei jahren ver-
spätung. das musst du selber wissen, sagt er
 

ich: mit dieser gitarre hab ich die erste platte
aufgenommen
er: ja und?
ich: ohne diese gitarre hätt ich dich vermutlich
nie kennengelernt
er: ja und?
ich: na hör mal, das hat doch beinahe eine
historische dimension
er: gitarre ist gitarre und geld ist geld. so
sieht’s aus
 

° – testbericht in „gitarre & bass“ (03/2009) – [1,3 mb]


[ münchen, seebühne westpark ]

Juni 19th, 2009


 

foto: tuning
seebühne westpark, münchen, 14. juni 2009
aufnahme: stephan rescher / nachrichten-münchen.de
copyrights: peryton & rescher © 2009


[ 20.06.2009: konzert abgesagt! ]

Juni 16th, 2009

leider habe ich viel zu spät erfahren, dass die
„3. künstlerbuchmesse“ (19. – 21.06.2009) im
kloster schussenried abgesagt wurde – und so-
mit auch mein daran angegliedertes konzert
 

so kurzfristig kann ich leider keinen ausweich-
termin organisieren; bleibt mir einzig, bei allen
enttäuschten um entschuldigung zu bitten …

(ich bin ja selber ziemlich genervt, kann aber
nichts mehr an der situation ändern)


[ konzert: münchen, 14.06.2009 ]

Juni 11th, 2009

sonntag, 14. juni 2009
„konzertlesung“
seebühne westpark, münchen
( mehr infos )
beginn: 15:00 (!) uhr

[ konzert: langenthal, 12.06.2009 ]

Juni 9th, 2009

freitag, 12. juni 2009
„konzertlesung“
lakuz
farbgasse 27, 4900 langenthal (schweiz)
( google maps )
beginn: 21:00 (!) uhr

[ konzert: münchen, 29.05.2009 ]

Mai 28th, 2009

freitag, 29. mai 2009
„konzertlesung“
forum2, münchen
( mehr infos )
beginn: 20:00 uhr

[ wohin? ans meer ]

Mai 25th, 2009


 

ans meer, sagtest du. ich erschrak. so ein-
fach geht das nicht, eben mal so ans meer …
(im folgenden erfand ich tausend ausreden)
 

als du das nächste mal bei uns warst, ignorier-
ten wir das aufziehende unwetter, ignorierten
wir das zögern, das zerren in den betagten ge-
lenken, sattelten wir sozusagen auf, ohne auf-
zusatteln und zogen los, einfach eben mal so

hätten wir nicht unterwegs deine kamera ver-
loren, wären wir nicht deshalb vorzeitig um-
gekehrt (um das wertvolle stück tatsächlich
wiederzufinden), wir hätten dein ziel erreicht
 

nein, wünsche versetzen keine berge; viel-
mehr bringen sie uns in bewegung, dich und
mich und die ewige famile auch, unsere alt
gewordenen, unsere jung geliebten begleiter
 

wohin?
ans meer
wohin??
irgendwohin
 

foto: ans meer
12. mai 2009


[ maniküre II ]

Mai 21st, 2009


 

foto: maniküre
mai 2009
copyrights: peryton & c. © 2009


[ in der sonne ]

Mai 19th, 2009

unser weg führt uns an einer alten mauer
vorbei, hinter der ein kleiner garten ver-
borgen liegt. das tor steht offen. zwisch-
en den schlanken steinen steht eine frau
in gebückter haltung. hohe bäume über
schmalen beeten, dazwischen rasen, licht-
durchflutete schatten. links ist ein gebäu-
de scheinbar aus der umfriedungsmauer
hervorgewachsen. ein mann tritt heraus

ob wir hereinkommen können, frage ich
 

seid ihr jüdisch?

nein; ich bin seit sechsundzwanzig jahren
hier vorbeigelaufen, ohne jemals einen
menschen angetroffen zu haben – und ich
würde doch so gerne einmal hineingehen

 

nein, heute geht es nicht, aber wir verab-
reden ein telefonat. und der mann wendet
sich wieder dem inneren des gartens zu
 

seid ihr jüdisch? ein kräftiger, grauhaariger
mann fortgeschrittenen alters ist neben uns
stehen geblieben, weist mit der hand in den
garten: die meisten sind russen. ich bin grie-
che, wohne seit dreissig jahren hier und ha-
be diesen ort noch nie gesehen. heute, zum
ersten mal …
ja, die tore sind geöffnet
 

nein, sagt er, er sei agnostiker. glaube ist
etwas für die dummen. mit glauben ver-
dienen manche geld. ich bin selbst genug

er tippt mit den fingern auf seine brust:
wer ein bisschen gehirn im kopf hat und
zuhören kann und und schauen und sich
etwas merken und wenn man in der welt
reist, dann braucht man keine universität
und dann braucht man keinen glauben

 

wie wir auf die erste, die griechische demo-
katie zu sprechen kamen, die freiheit nur
den mächtigen zubilligte, nicht ihren skla-
ven, weiss ich nicht. wir mochten uns, wir
plauderten und warm schien uns die sonne
 

ich: die leute hier im norden haben kein
geld, keinen geschmack und keine kultur

er: aristoteles hatte eben recht, als er sag-
te, unter zwanzig grad wächst keine kultur

 

so stehen wir vor dem tor zum jüdischen
friedhof in der sonne und sprechen mit ei-
nem unbekannten. dann tauschen wir un-
sere namen, verabschieden uns herzlich


[ status: ausgelassen ]

Mai 12th, 2009

alte bekannte sind sie, die sich noch zu mö-
gen scheinen, sagen wir und schauen zu, wie
sie miteinander spielen, neugierig wie kinder

später werden wir schweigen, uns halten, ver-
wundert, wie wir es aushalten konnten, nicht
gehalten zu sein; das ist uns das schlimmste
 

vor dem kühlregal mit den üblichen verwesen-
den fleischwaren bleibst du stehen, hechelst
wie ein hund, weit heraushängende zunge, ich
muss dich fortziehen, fortschieben, mit dir rin-
gen, bis zur kasse, lachend, atemlos und die
leute, die schauen, schauen sehr befremdet