[ mein elfter september ]

September 13th, 2014


 

für mich geht immer nur die sonne unter. oder
der vollmond auf. je nach belichtung sieht das
vollkommen gleich aus; eine frage der technik

dies hier ist – ja! – ein vollmond. nach meinem
schrecklich anstrengenden urlaub kommt er mir
vor wie eine überhörte bitte: da, schau doch hin!

und ich schaue hin. bilde mir ein, dass da und
dort sternschnuppen herabtropfen, wünsche dir
jedesmal glück. immer eine frage der einbildung
 

foto: vollmond, 11. september 2014


[ 02. august 2014 ]

August 2nd, 2014


 

dieser sommer … für spaziergänge habe ich
niemals zeit. heute allerdings bis hinunter
zum hafen. davon wird die stadt nicht schön

davon wird die stadt nicht schöner und doch
werde ich nicht fortziehen. nicht in diesem
leben. du kannst mich hier finden, falls du …

du wirst nicht. nicht in diesem leben. und
dennoch: dieser sommer. der sommer riecht
nach dir. das ist wunderbar. ja, das ist fatal
 

foto: m. haller, 10. august 2010
copyrights: m. haller © 2014


[ der vollmond über berlin ]

Juli 15th, 2014


 

ich kapituliere. ich gebe nicht auf. ich lasse mich
auf die bedingungen ein … und morgen, das kenn
ich ja schon, werde ich einen dicken kater haben

zwei erinnerungs- und weinvolle balkonabende mit
t. bringen mich – wie immer – an den füllrand des
allzu vernünftigen. na und? das ist doch allemal
liebevoller als zu den millionen zu gehören, die
sich in gröhlenden patriotengruppen schwarz, rot
und pissegelb um den rest von verstehen saufen

keine ausnahmen: ich mag diese deutschen nicht
 

foto: der vollmond über berlin
12. juli 2014


[ weisse fahne ]

Juli 6th, 2014


 

ich kapituliere. ich gebe auf. ich lasse mich
also auf deine bedingungen ein. bedingungslos

nenne es dumm, verspätet, ja, zu spät. nenn
es respektlos, unachtsam, ungeduldig, frech
(das würde mir gefallen), aussichtslos und
sowieso unakzeptabel. inkonsequent. sogar
hilflos könntest du es nennen. ja, all das; ja

ich ziehe eine neue, weisse fahne auf. meine
würfel fielen längst. maintenant, c’est à toi

 

foto: neoviel, 06. juni 2010
copyrights: neoviel & peryton © 2010


[ inkonsequenz liegt in der familie ]

Juni 6th, 2014

 


„du kannst doch nich „peryton kommt zurück“, dann
aber nur so 1/2-jährlich mal’n grüßchn oder ein
„na gut dann halt“ schreiben“
(kommentar von tjona)

 
 

na hör mal, tjona. inkonsequenz liegt in der (soll heis-
sen: meiner) familie. leider. wär ich konsequent, müs-
ste ich ja permanent schreiben „jetzt ist schon wieder
was passiert.“ und hätte damit schamlos den wolf haas
zitiert (den mit den brenner-romanen. kennst du sicher;
weil für angehende linguistik-professorinnen geradezu
ein muss. sprachlich gesehen. haha. kennst du natürlich
nicht, weil krimi ist ja keine literatur. nicht richtig. find
ich aber schon. ungefähr so geht das auch beim bren-
ner, nein, beim haas, nur halt auf österreichisch… das
eben mal kurz abgeschwiffen; autsch, frau prof in spe!)

 

vielleicht sollte ich gegen den kulturkropf gema (ver-)
stossen und einen vivaldi-titel hochladen, in einer ein-
zigartigen version mit dem jazz-flötisten jiří stivín an-
fang der achziger jahre eingespielt (°), weil mir die nicht
mehr aus dem kopf gegangen ist, nachdem sie mir beim
proben irgendwie wieder da hineinkam. so sehr, dass
ich mir die originalaufnahme auf langspielplatte (für
die jüngeren leserInnen: vinyl) besorgt habe, die aus
meiner sammlung irgendwann verschwand … und ernst-
haft: ich überlege, das ‚cantabile‘ selber mal zu spielen

 

wie, tjona, soll ich das den leuten verständlich machen:
der peryton kriegt die gichtigen finger nicht mehr aus-
einander und will da einen vivaldi herauskrampfen ..?

 

zwischen dem träumen und dem tun schlafen welten

 

 


(° – antonio vivaldi, sechs flötenkonzerte. konzert nr. 3
in d-dur, rv 428, ‚il_gardelino‘. allegro, cantabile, allegro
– jiří stivín und das slovakische kammerorchester prag)

 

[ na gut. ausnahmsweise heute ]

Mai 22nd, 2014


 

na gut. ausnahmsweise melde ich mich
zu wort. wo doch das stillsein so gut tut

auch nur, weil ich mit l. vorhin am hafen
sass, vor der kleinen schifferkneipe, und
wo wir das gewitter heraufziehen sahen

und weil ihr zufällig dieses foto einfiel; ja
genau, das hier: der schorsch gut gelaunt
am autoschrauben. lange her. viel passiert

 

foto: lu, 16. august 2011
copyrights: lu & peryton © 2014


[ … und einen gruss zurück! ]

Dezember 26th, 2013

an alle, die gerade freundlichst grüssen
– und heute ganz besonders an ihn – geht
mein gruss. ja, ein lied, selbstverständlich
 

„dann kann ich bleiben“
(mp3; 11,4mb; 04:59min)

(remastered sommer 2013 mit daniel verdier)


[ peryton kommt zurück! ]

November 15th, 2013


 

„ausstellung sebastian harwardt“

„harw“ stellt aus, peryton spielt. und
das schönste dran: er weiss heute noch
nicht, dass wir morgen dabei sind

julia maria borkert wird mich mit
gesang und flöte begleiten

16. november 2013
Galerie Schlossfreiheit
hünerdorfer strasse 3
39590 tangermünde
beginn: 17:00 uhr (?)
 

grafik: sebastian harwardt

[ wahlboykott? selbstverständlich! ]

September 19th, 2013


 

„Der Anarchismus will nicht die beste aller mög-
lichen Regierungsformen, sondern überhaupt
keine. Er will keine alternativen Regierungs-
formen, sondern Alternativen zur Regierung.“
                           (quelle: www.anarchismus.de)
 

wählengehen ist auch in 2013 kein beweis „guten“
demokratischen verständnisses; eher ein zeichen
resignativen handelns in der hoffnung, dieses
eine mal
nicht – wie stets – betrogen zu werden

weil mich der worthülsenreiche „wahlkampf“ in
diesem jahr ebenso ankotzt wie in den wahl-
jahren davor, werde ich an dieser stelle nicht
das gleiche tun, um für alternativen zu werben

wer sich kreativ für lebenswerte, autonome
sozialgemeinschaften einsetzen will, braucht
empathie und verstand – nicht mein geplapper
 

foto: nicht vergessen: wahlboykott!
kiel, 19.09.2013


[ dort, am horizont ]

September 11th, 2013


 

dort, da drüben vorm horizont gehen sie auf-
gereiht wie an einer sichernden knotenschnur

j. ist fort. ich habe mich bislang noch nicht
getraut, dir davon zu berichten. zu viele sind
auseinander gegangen, in den letzten jahren

oder weisst du schon davon? … ich war noch
nie gut im abschiednehmen. auch diesmal nicht

 

foto: kiel, 31.07.2013


[ sabotage? ein zwang, sozusagen ]

Mai 11th, 2013

ich bin erkrankt am sabotage-zwang. oder vielleicht
ist das auch keine krankheit, sondern ein … ein hobby

das heisst, dann wäre es allerdings mein zweites
hobby, auch wenn das dekadent klingt: mein erstes
sind meine zahlreichen tätigkeiten in und an der ge-
sellschaft – ein rein humanistisches tun, wie man
das als humanistisch gebildeter eben so tut; ein
soziales getue und gefummel, sozusagen, ein hobby-
mässiges herumgemache und rumgespiele im gesell-
schaftlichen zusammenhang; ja, ein gesellschafts-
spiel, sozusagen, denn „ehrenamt“ mag ich das ja
nicht nennen. nicht so gross. und ausserdem …

das wort „ehre“ hat in deutschland doch einen bei-
geschmack bekommen, historisch geschmeckt, so-
zusagen, einen geruch oder mehr schon: einen ge-
stank, mit dem zu schmücken oder geschmückt zu
werden … also, da müsste ich schon ganz schön
professionell sein, um ihn auszuhalten, den stall-
geruck der grossen politik, sozusagen, oder auch der
kleinen. für mich, sohn eines wehrmachtssoldaten
im zweiten weltkrieg macht das wort „ehre“ allemal
nicht strammstehen und („ehr-„) furcht, sondern …
ekel. ganz profan. schliesslich musste ich als kind die
schäden ausbaden, die die verdammte ehre ihm an-
getan hatte. millionen kinder hatten väter wie ihn

aber reden wir drüber? haben wir drüber geredet?
nicht. nicht wirklich. wir haben ihn ausgehalten, den
verwesungsgestank und haben darüber geschwiegen

es ist also eigentlich ein verwesungsgestank des gros-
sen deutschen verschweigens, der das wort ehre be-
gleitet, schmückt: deutschland, stummes vaterland
 

mein zweites hobby, also, ist ein historisch weniger
belastetes: die sabotage. es ist mir zum dringenden
bedürfnis geworden, etwas kaputt zu machen. es sind
ja auch nur ganz harmlose ziele, finde ich, die allen
gut tun, wenn sie weg sind: faschistische strukturen
und rassistische einrichtungen, militaristische natürlich
auch. ganz klar, nach unseren schlimmen erfahrungen
damit. also abschiebeknäste, jobcenter, militärkaser-
nen oder polizeiautos, da findet sich an jeder ecke was

ich weiss selbstverständlich, dass ich damit kein gu-
tes vorbild bin – ja, ja, ja! im gegenteil, ich warne
ausdrücklich vor nachahmung: ausser, sie wollen
direktemang in teufels küche kommen; das lohnt
nicht: die deutsche küche ist eigentlich nicht er-
wähnenswert. ausser, wenn in allen medien über
sie geplappert wird, ein neuer „skandal“ gefunden
wurde; dann können wir sicher sein, dass die
gelehrte schweigegesellschaft zusammentritt, die
fahne hoch, die reihen fest geschlossen. zack! da
hat dann die geschichte wieder zugeschlagen …

da ziehe ich dann wieder los, eine alte socke als
lunte in den dreissigjährigen zapatistischen rum
gesteckt, den qualmenden molli am ausgestreckten
arm gegen den abendhimmel der dekadenz gereckt

… ja, es ist geradezu ein zwang. ich bekenne mich
hiermit zur sabotage. viel zu lang schon habe ich
vor wut gekotzt. ich komme out, oder wie das wie-
der heisst. aber das ist ja auch nicht so wichtig

besser ist, wir schweigen drüber. ja, papa. ja, mama
 

[ frühlingsfarben. rot ]

März 19th, 2013


 

hatten wir alle farben des lebens ausgespielt?

deine familie wartet, vermisst dich. rituale des
winters im schnee; unser kreis schliesst nicht

hörst du? träumst du? (vielleicht ist es einfach)

 

foto: kiel, 06.02.2009


[ der youtube-aktivist ]

Februar 3rd, 2013


 

zugegeben, dieser titel klingt fies; hat aber auch
was nettes, finde ich … und bleibt. eigentlich (und
freundlich) gemeint ist, dass ein alter aktivist sich
auf neue, sehr künstlerische (eis-) bahnen begibt

das tut mein freund h., wovon ihr euch in diesem
video überzeugen könnt, auf sympatischste weise
 

hier anschauen: feine sahne fischfilet ‚mit dir‘ (3:24)

 

foto: heinz wittmer & peryton
aufnahme + ©: thomas vallentin (berlin, 08.10.2006)

[ helm ab! … burn monsanto!]

Januar 25th, 2013

da fährt doch eben eine person auf’m fahrrad
vorbei, trägt einen windschnittigen helm auf’m
kopf, der wiederum trägt einen tuchüberzug

uiii, denke ich. ich bin verwirrt, nicht zu sagen
erschüttert: ein mützchen fürs helmchen! wa-
rum nur? damit helmchen nicht friert? mütz-
chen auf helmchen auf köpfchen – köpfchen
kann nicht frieren, da hirnchen … aushäusig?

‚eine person‘, habe ich gesagt, geschlechtslos
formuliert, um nicht das klischee zu bedienen
männer seien kopfmässig … äääh … weicheier
 

aber mützchen auf helmchen …? das hat so-
was von klorolle mit häkelhäubchenüberzug in
der rückwärtigen autofensterablage neben
dem mercedesdeutschen wackeldackel. aua!

da rast die kopfmaschine: unauslöschliche tra-
ditionen wehren sich generationenübergrei-
fend gegen als links verkannte bekehrungsver-
suche. keine experimente! (konrad adenauer,
1957.) freiheit statt sozialismus! (alfred dreg-
ger, 1976.) zieht mit, wählt schmidt! (helmut
schmidt, 1980). der letzte slogan sprang zu-
gegebenerweise ein wenig aus der rille, war
aber sprachlich wie inhaltlich schlicht genug
– also volksnah – gehalten, um erfolgreich zu
sein. wie das elend ausging ist bekannt: am
ende gewinnt immer ein kohl. drall, direkt und
durchsetzungsfähig. ach ja, und dialekt sprach
er auch noch. das hatte einfach was ehrliches
 

ja, doch, hier sind wir: deutschland. hier wählt
das arschgesicht allabendlich sich selbst zum
superstar. helm auf zum gebet! häkeldeckchen
drüber und rauf auf’s rad! auf, ihr stromspar-
helden, -heldinnen, der nächsten nachzahlung
entgegen! (seid ihr nicht auf hartz IV, könnt
ihr’s vielleicht sogar bezahlen. glück gehabt.)
 

und in den abendnachrichten berichten unsere
staatlichen verlautbarungsmedien (denen kein
mensch, der sich nicht augenblicks und endgül-
tig zum deppen erklären lassen will, unterstellen
kann, dass sie gleichgeschaltet wären, weil wir
uns heute – und das ist sowas von heilig, dass
gar nie nicht niemand mehr daran zweifel äus-
sern darf – in demokratischen zuständen be-
finden, die ein gleichschalten quasi unmöglich
machen) löblichstes von den neusten, deutsch-
französischen, humanitären kollateralnotwen-
digkeiten auf dem gebiet der alten kolonien

irgendwer muss ja die interessen der multi-
nationalen agrarkonzerne schützen, die ihre
genmanipulierten nahrungsmittel grossflächig
in mali freisetzen. da stören ‚rebellen‘ gewaltig
 

wie wären – kopf ohne helm vorausgesetzt –
mal solche parolen, bloss zum ausprobieren?

denken statt glauben!
handeln statt wählen!
burn monsanto!


[ keine heimat? ]

Januar 22nd, 2013


 

dass in der teutschen linken zumeist nicht kapiert
wird, wie das ist mit den fronten und den freunden
und mit der historie und mit ‚links‘ und ‚rechts‘ und
so … sie haben halt allgemein schwierigkeiten mit
der theorie. was ja nicht schlimm wär‘, eigentlich;
würde das mit der praxis nur besser funktionieren

und würden sie nicht manchmal ganz fürchterlich
mit dem ‚freund und feind‘ durcheinander kommen
 

‚antideutsche‘ stehen nicht ‚links‘. sie werden von
denen, die sich selber gern ‚links‘ sehen, allzu gern
dort hingeliebt: ‚antideutsche‘ haben wenigstens
eine heimat, wo ‚uns linken‘ jegliche heimat aus-
getrieben wurde, damals – also im faschistischen
vorläufer dieser postfaschistischen republik. sie
wurde uns ersetzt durch ein anhaltendes, ein ver-
dammendes gefühl der schuld, einer verschwiegen-
en, unstillbaren sehnsucht nach räumlicher, sozia-
ler und gesellschaftlicher zugehörigkeit; aber eben
auch einer tiefen scham für das unfassbare han-
deln derer, zu denen wir uns nicht mehr zugehörig
fühlen können, fühlen dürfen: auf ewig heimatlos

die scham ist nach meiner einschätzung heute
noch angemessen und politische verpflichtung –
die schuldige sehnsucht aber ohne perspektive
 

meine heimat ist für mich gefühl. ist ein ort, an
dem ich bleiben will. meine heimat ist an vielen
orten. sie ist gefunden in menschen und gebun-
den an landschaften. heimat ist für mich kein
staat, ist keine schuld und keine übertragung

meine heimat hat keine grenzen, ist nicht gren-
zenlos. ganz sicher liegt meine heimat nicht im
deutschen, auch wenn ich meist in deutscher
sprache träume, spreche, denke. meine heimat
ist ein ort, der kritik verträgt und selber kritisiert

meine heimat ist liebe. ist unbequem. wünscht
und entzieht sich. heimat ist fern. heimat trägt
und erträgt. die heimat ist unbequem. heimat
kennt keller und schächte, kz und befreiung, ar-
beit, genuss, musse und drückende klebrigkeit
 

heimat spricht sich selbst. heimat nimmt auf, hei-
mat bleibt. heimat ist dort, wo ich nicht bin. hei-
mat liebt, blickt zurück, schickt fort. heimat ist
bedroht und bedrohlich. heimat ist süss, ist sper-
rig. entzieht sich. heimat kennt demut. heimat
ist herkunft und abgang. fluch, verfolgung, die
einzige liebe, letzte hoffnung, der grosse verrat

manchem ist sie alles, manchmal ist sie nichts
davon. heimat ist unbequem, immer wieder. ist
unfassbar, unbeschreibbar. ist zwang und opf-
ergabe. immer wieder krieg und flucht und fluch

heimat ist pathetisch, gefährlich pathetisch. ist
ein gegenstand. ein postkartenmotiv, aus dem
sperrmüllhaufen über die strasse geweht: deja
vu; nie wirklich gekannt und doch nie vergessen
 

meine heimat liegt weder im richtigen, noch im
besseren. meine heimat ist frei von religion, hat
manchmal ein geschlecht, lebt stets in den kul-
turen. sie ist erforscht und erfunden, erlogen
und erträumt, und einen moment lang fand ich
sie tatsächlich mittags in sommerhitze vor dem
centre pompidou, paris. so ist heimat immer per-
sönlich. und fremdbestimmt gibt es sie nirgends
 

foto: antideutsche müssen draussen bleiben?
31. oktober 2012


[ voll verstrahlt ]

Dezember 3rd, 2012

peryton, der morsche hirsch, hat heut den ganzen
tag bei ärzten verbracht, ist jetzt radioaktiv und
wird sich daher um ein baldiges endlager in gorle-
ben bemühen. wo sonst. schliesslich wird dort in
zukunft die alte, lauschige zonenrandruhe einkeh-
ren wie vor dem atomlagerrummel. die pilotkondi-
tionierungsanlage
interessiert ja seit eh und je kein
schwein; und wovon nicht gesprochen wird, das
gibts auch nicht, in deutschland. also kein wider-
ständiges getrommel mehr, in der ‚freien republik‘
 

cool: grabesruhe über sand und endmoränen
 

aber ist dieser kampf jetzt gewonnen oder ver-
loren oder … verschwiegen und vergessen?


[ change (your) peryton! ]

Dezember 1st, 2012

peryton, der fragile hirsch, hat nach etwa zwei jahren
schreib-, knochen- und denklähme das dringende be-
dürfnis mehr zu tun, als zu schweigen. aufmerksam
beobachtende konnten feststellen, dass die webseite
aktualisiert wurde und fehler, die ich schon beinahe
lieb gewonnen habe, stück für stück beseitigt werden

beim auswählen eines fotos für die veraltete „aktuell“-
seite fiel einerseits der eklatante mangel an aktuellen
fotos auf und – vor allem – andererseits: hat der typ
da an der ampel
nicht wundervoll rotes zottelhaar?
ja, das da war mal der peryton. im frühjahr 2006…
 

daher jetzt zu euch: baut euren peryton neu. baut ihn
um. haare rot? haare rot und blau? haare rot und blau
und grün? sonstige wünsche, ideen, vorstellungen –
vom haupthaar mal abgesehen? … weihnachtswünsche?

(ist das nicht ein verlockendes angebot: ändere einen
anderen an deiner statt und bleib selber, wie du bist?)
 

lasst es mich wissen, via blog-comment, email oder
schneckenpost. ich warte und bin sehr gespannt


[ reset ]

November 17th, 2012

peryton, der debile hirsch, hat nach etwa zwei jahren
spielpause die arrangements vieler chansons schlicht
vergessen. das heisst nachkomponieren und … proben

`nie mehr live´, sagt er. seine hände sagen das auch


[ lass deinen mund (live 2008) ]

April 22nd, 2012

`hab gerade in deinen blog geschaut. da tut sich ja kaum
noch was´
, schreibt sie. ja. schade. und ich habe im archiv
gekramt, um wenigstens mit alten klamotten zu schmücken
 

„lass deinen mund“ (live am 22.08.2008; 4:41min)
(livetechnik & aufnahme: markus aschenbrenner)
(mp3; 6,3mb) (ogg; 4,4mb)



[ morgen, der ]

März 17th, 2012


 

wie der morgen, der über den feldern
liegt wie nebel, über äcker ziehend

wie ackerfurchen, in denen arbeit liegen
blieb, vergessen, verloren, liegen
gelassen, abgelegt wie dieser morgen

und als die nacht mit ihrer schwärze
mond hinter — auch die wolken schwarz
da hatte ich längst an dich gedacht

da habe ich, wie in den ackerfurchen
die arbeit losgelassen, abgelegt
niedergeworfen — und nach hause

wie morgen über den feldern
der nebel, irgendwo
 

foto: mond
februar 2012